Karsai: 52 zivile Opfer bei NATO-Angriff

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Eine von den internationalen Truppen abgeschossene Rakete habe nach Erkenntnissen des afghanischen Geheimdienstes das Dorf Rigi in der Provinz Helmand getroffen, erklärte das Büro von Präsident Hamid Karsai am Montag.

Kabul - Bei einem Raketenangriff der NATO in Südafghanistan sind nach Regierungsangaben 52 Zivilpersonen getötet worden, darunter Frauen und Kinder.

Eine von den internationalen Truppen abgeschossene Rakete habe nach Erkenntnissen des afghanischen Geheimdienstes das Dorf Rigi in der Provinz Helmand getroffen, erklärte das Büro von Präsident Hamid Karsai am Montag. Die US-geführten Streitkräfte müssten den Schutz von Zivilisten während ihrer Einsätze zur Priorität machen, forderte der Staatschef. Das US-geführte Kommando erklärte, bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass bei dem Einsatz am Freitag Zivilpersonen getötet oder verletzt worden seien, auch über eine fehlgeleitete Rakete sei nichts bekannt.

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Ermittlungen zufolge wurden NATO- und einheimische Soldaten am Freitag im Bezirk Sangin in Helmand beschossen und reagierten mit dem Einsatz von Kampfhubschraubern, wie Konteradmiral Rick Smith mitteilte. Dabei seien sechs Menschen getötet worden, darunter ein Taliban-Kommandeur. Ein Augenzeuge hatte am Samstag berichtet, er habe sieben Kinder ins Krankenhaus gebracht, die in Sangin bei Gefechten zwischen ISAF-Truppen und Taliban verletzt worden seien. Ein anderer Mann sagte, auch er habe Verletzte aus Sangin gebracht. Dorfbewohner seien mit weißen Fahnen auf die ISAF-Soldaten zugegangen, seien aber dennoch beschossen worden.

dapd

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