Street View-Widerspruch: Technik-Ärger für Google

Hamburg - Begleitet von stundenlangen Ausfällen hat der Internetkonzern Google die Online-Widerspruchsmöglichkeit gegen den Straßenfotodienst Street View aktiviert.

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Über die Webseite google.de/streetview können sich Mieter und Hauseigentümer seit Dienstag auf ein Formular durchklicken, über das sie die Ausblendung ihres Hauses aus Street View beantragen können. Google räumte erhebliche technische Probleme zum Start ein. Ein Sprecher erklärte, über den weit verbreiteten Internetbrowser Explorer sei der Zugang zeitweise nicht möglich gewesen. Aber auch Benutzer anderer Browser wie Firefox klagten über Probleme. Erst am Nachmittag schien die neue Seite stabil zu laufen.

Umständliches Formular

Wenn Street View im Herbst in Deutschland eingeschaltet wird, sollen die benannten Häuser nicht zu sehen sein, wie der US-Konzern verspricht. Es haben bereits Tausende Bürger per Brief oder Mail Widerspruch gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser eingelegt. Das neue Online-Widerspruchsformular soll bis zum 15. September laufen. Verbraucherministerin Ilse Aigner forderte Google auf, die Widerspruchsmöglichkeiten auszuweiten und zu verlängern. Dem “Hamburger Abendblatt“ sagte die CSU-Politikerin: “Das gesamte Widerspruchsverfahren muss transparenter werden.“ Die Ministerin betonte, dass sie die von Google eingeräumte Vier-Wochen-Widerspruchsfrist für die Bürger in den 20 vorerst betroffenen Städten für zu kurz hält. “Eine Verdoppelung der Frist auf acht Wochen wäre wünschenswert“, sagte sie.

Auch kleinere Gemeinden sollen kommen

Der Street-View-Service geht in Deutschland laut Google noch in diesem Jahr in Betrieb. Bis Jahresende soll er für die 20 größten Städte Deutschlands laufen, später auch für kleinere Gemeinden. Der US-Konzern machte einige Zugeständnisse: Gesichter und Nummernschilder auf den Bildern werden wie in anderen Ländern unkenntlich gemacht. In anderen Ländern wie den USA oder Frankreich läuft Street View bereits. Wer als Mieter oder Eigentümer per Internet die Ansicht seines Hauses schon vorab sperren lassen will, sollte sich auf eine längere Computersitzung einstellen: Man muss durch mehrere Seiten klicken und viele Felder ausfüllen. Zuletzt gibt es Post von Google. Erst mit den Informationen aus dem Brief kann das Haus unsichtbar gemacht werden. Google will auch noch eine Widerspruchsmöglichkeit bereithalten, wenn Street View schon läuft.

dapd

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