DIW: AKW-Ausstieg bis 2021/22 realistisch

Passau - Ein Ausstieg aus der Atomernergie bis 2021/22 ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) "ein realistisches Szenario". Das Fazit: Die Energiewende war noch nie so greifbar.

Als “sehr positiv“ bewertet die Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Claudia Kemfert, die politischen Vorzeichen für eine Energiewende in Deutschland. “Noch nie waren sich alle politischen Parteien in Deutschland über die Ziele einig. Wenn jetzt alle an einem Strang ziehen, müsste der vorgegebene Zeitrahmen zu schaffen sein“, sagte sie der “Passauer Neuen Presse“ (Dienstagausgabe).

Kemfert gab zwar zu bedenken, dass der Ausstieg nicht von heute auf morgen gehe. Die früheren rot-grünen Beschlüsse liefen auf einen Ausstieg bis 2021/22 hinaus. “Das halte ich für ein realistisches Szenario“, sagte die Leiterin der DIW-Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt. Voraussetzung sei allerdings, dass bis dahin ausreichend Netz- und Speicherkapazitäten aufgebaut würden. “Nur dann schaffen wir es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf 35 Prozent zu steigern.“ Als beste Brückentechnologie nannte die DIW-Energieexpertin dabei effiziente Gaskraftwerke anstelle von Strom aus Atomreaktoren oder aus Kohle.

dapd

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