133 Ausländer aus Libyen evakuiert

Berlin - Insgesamt 133 ausländische Staatsangehörige sind am Samstag aus dem Süden Libyens ausgeflogen worden - darunter auch Dutzende Deutsche und weitere EU-Bürger.

Die zwei deutschen Transall-Maschinen seien um 20.30 Uhr sicher auf Kreta gelandet, sagte Außenamts-Staatsminister Werner Hoyer der Nachrichtenagentur dapd.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich erleichtert über die geglückte Aktion und dankte insbesondere den daran beteiligten Angehörigen der Bundeswehr. Westerwelle hatte die Aktion zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) abgestimmt und die Vorsitzenden aller Fraktionen des Bundestags informiert.

Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes befinden sich derzeit noch rund 100 Deutsche in Libyen. Der Krisenstab ist weiterhin mit Hochdruck bemüht, ihnen die Ausreise zu ermöglichen.

Vor dem Hintergrund der dramatischen Lage in Libyen hat das Auswärtige Amt erneut die Reise- und Sicherheitshinweise zu Libyen verschärft. Die Reisewarnung für ganz Libyen wird beibehalten. Deutsche Staatsangehörige werden mit Nachdruck aufgefordert, das Land zu verlassen, sofern dies möglich und sicher erscheint.

Westerwelle fordert Rückzug Gaddafis

Zuvor hatte Westerwelle (FDP) hat den libyschen Herrscher Muammar al Gaddafi zum Machtverzicht aufgefordert. “Eine Herrscherfamilie, die so brutal einen Krieg gegen das eigene Volk führt, ist am Ende. Der Diktator kann nicht bleiben“, sagte Westerwelle der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Das libysche Volk müsse dann aber selbst entscheiden, wer es in Zukunft regiere, fügte Westerwelle hinzu. Schon der Anschein westlicher Einmischung schwäche diejenigen, “die mutig für die Freiheit kämpfen“.

Zufrieden zeigte sich der FDP-Politiker, dass sich die Europäische Union auf Sanktionen gegen Libyen verständigt hat. Allerdings sei die EU dabei “am Anfang zu zögerlich“ gewesen. Deshalb habe Deutschland zusammen mit anderen Staaten auf einen schärferen Kurs gedrängt. Nun müsse die formale Beschlussfassung zügig Anfang der Woche folgen, forderte Westerwelle.

Frankreich bricht diplomatische Beziehungen zu Libyen ab

Frankreich hat hat am Samstag seine Beziehungen zur Regierung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi abgebrochen. Das teilte das Außenministerium in Paris am Abend in einer Erklärung mit. Das Botschaftspersonal in Tripolis sei evakuiert worden

dpa/dapd

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