Public Viewing zur Fußball-WM findet vorwiegend drinnen statt

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Nach einer Umfrage soll in Bremen und Niedersachsen Public Viewing zur Fußball-WM vorwiegend drinnen stattfinden. 

Hannover - Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Sommer in Brasilien um den WM-Titel kämpft, fiebern hierzulande wieder tausende Fans vor den Großleinwänden mit. Wegen der späten Anstoßzeiten weichen die Public Viewing-Veranstalter vielerorts auf überdachte Standorte aus.

Jubelnde Menschenmassen und wehende Fahnen in schwarz-rot-gold: Bei öffentlichen Live-Übertragungen möchten die Fußballfans in Deutschland vom 12. Juni bis 13. Juli ein neues „Sommermärchen“ feiern. In Niedersachsen und Bremen verlegen die meisten Veranstalter die Public Viewings von den öffentlichen Plätzen an Standorte, wo ohnehin regelmäßig Großveranstaltungen zu später Stunde stattfinden. Damit reagieren sie trotz Sondergenehmigung der Bundesregierung auf die späten Anstoßzeiten durch die Zeitverschiebung.

So bleibt beispielsweise der Waterloo-Platz in Hannover in diesem Sommer leer. Rund 20 000 Menschen strömten noch vor zwei Jahren zum Rudelgucken dorthin. „Wegen der späten Anstoßzeiten wird es in diesem Jahr keine solch große Nachfrage geben“, sagte Udo Möller von der Stadtverwaltung Hannover. In diesem Jahr bilden die Parkbühne und die angrenzende Swiss Life Hall das Zentrum für große Fanfeste in der Landeshauptstadt. In den Arealen finden dann jeweils rund 5000 Fußballfans Platz, um die Auftritte der Nationalelf auf den 30 Quadratmeter großen Leinwänden zu verfolgen.

In Braunschweig verzichtet man auf Übertragungen unter freiem Himmel. In den Jahren zuvor haben die Fans die Tore von Podolski und Co. noch auf dem Platz An der Martinikirche bejubelt. Diesmal findet das Public Viewing in der Volkswagen Halle statt. Etwa 6000 Fans können hier die Spiele auf mehreren Leinwänden schauen. Vorhandene Infrastruktur und Wetterunabhängigkeit beeinflussten die Entscheidung der Stadt, in die Halle umzuziehen. Zudem seien Anwohner beim nächtlichen Feiern der Siege von Jogis Elf nicht betroffen.

In Bremen plant man die Übertragungen dort stattfinden zu lassen, wo Fußball ohnehin regelmäßig stattfindet. Die Stadiongesellschaft und die Agentur gip wollen die Deutschland-Spiele ab dem Achtelfinale im Weserstadion zeigen. Rund 20 000 Zuschauer würden auf den Tribünen Platz finden. Derzeit sind die Veranstalter aber noch auf Sponsorensuche. „Wir gehen aber davon aus, dass die Finanzierung rechtzeitig abgeschlossen ist“, sagt Ingo Müller-Dormann, Geschäftsführer der Agentur gip. Zuletzt standen die Fans auf dem Domshof, am Europahafen und in der Überseestadt vor den Leinwänden.

„Der Trend beim Public Viewing gehe ohnehin in Richtung mehr Komfort und Sitzplätze“, meint Müller-Dormann. Außerdem müssten sich die Veranstalter immer größeren Sicherheitsauflagen stellen. Daher sei ein Fußballstadion in vielerlei Hinsicht der geeignetere Standort.

In Oldenburg war der Pferdemarkt in den letzten Jahren der zentrale Ort zum gemeinsamen Jubeln und Bangen. Dort wo 2012 rund 9000 Fans die Niederlage im Halbfinale gegen Italien miterlebt haben, steht in diesem Jahr keine Leinwand. Die bisherigen Veranstalter halten solch späte Großveranstaltungen für nicht angebracht, da die Schulferien während der Weltmeisterschaft noch nicht begonnen haben.

Die Göttinger Lokhalle wird im Juni wieder in „WM Village“ umgetauft. 5500 Plätze bietet die Halle, die im Vorfeld gebucht werden können. Sie hat sich in den vergangenen Jahren als Veranstaltungsort für Public Viewings bewährt und wird schon zum fünften Mal dafür genutzt.

Bei den kleineren Gastronomie-Betrieben gehen die Meinungen zu den späten Anstoßzeiten auseinander. „Einerseits können die Gaststätten das normale Essensgeschäft betreiben und anschließend Fußball anbieten, andererseits bleiben viele Gäste so spät lieber zu Hause“, meint Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen. Zweifellos werde es Kunden geben, die sich nicht von der Uhrzeit der Spiele abschrecken lässt. Bei der Lautstärke hofft man auf Nachsichtigkeit der Anwohner. Die gelöste Stimmung während solcher Turniere würde sich jedoch erfahrungsgemäß positiv auf die Lärmakzeptanz der Anwohner übertragen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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