Streit um den Wolf

Landesbauernverband begrüßt Forderung nach Abschuss von Wölfen

Hannover - Niedersachsens Landesbauernverband begrüßt den Ruf von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nach einer beschränkten Abschussfreigabe für Wölfe.

"Die Schutzmaßnahmen gegen Wölfe überfordern die Landwirte und verursachen zusätzlich hohe Kosten", sagte Landvolk-Sprecher Sebastian Kulmann am Freitag. Alles einzuzäunen funktioniere für Weidetierhalter nicht. Auch in Sachsen-Anhalt unterstützt der Landesbauernverband eine Abschusserleichterung. "Weidetierhalter sind mit den Nerven am Ende", sagte Verbandssprecher Christian Apprecht.

Niedersachsens Umweltministerium erklärte, dass der Wolf unter Artenschutz stehe aber bisher schon der Abschuss einzelner Tiere im Ausnahmefall möglich ist. Niedersachsen habe sich im Frühjahr 2016 als erstes Bundesland dazu entschieden, einen Wolf töten zu lassen, weil er verhaltensauffällig war. "Bei allen Maßnahmen steht die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle", hieß es aus dem Ministerium.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte gegenüber der "Passauer Neuen Presse" am Freitag eine beschränkte Abschussfreigabe für den Wolf gefordert. "In einem dicht besiedelten Land wie bei uns müssen der Ausbreitung Grenzen gesetzt werden", sagte Schmidt der Zeitung.

Der Wolf ist durch eine EU-Richtlinie geschützt, die bundesweit gilt. Die Umsetzung und Abschussgenehmigung im Einzellfall ist Ländersache. In Niedersachsen gibt es nach dem bundesweiten Wolfsmonitoring rund neun Wolfsrudel mit insgesamt mehr als 80 Tieren.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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