Berlin - Seit Jahren kämpfen Tierschützer für ein Verbot von Bären und Elefanten im Zirkus. Eine Empfehlung der Länder könnte nun zu einem Wildtierverbot führen. Zirkusvertreter warnen vor einer Katastrophe.

© dpa
Ein Elefant führt im Circus Krone in München ein Kunststück vor.
Scharfe Kritik kam von den Betroffenen. Bettina Richter vom Circus Voyage sagte dem Sender MDR Info, der Zirkus sei zum Spielball der Politik geworden. Im Zoo sei eine solche Tierhaltung auch nicht verboten. Wenn die Empfehlung der Länder umgesetzt werde, seien viele Arbeitsplätze betroffen. Das Kulturgut Zirkus könne verloren gehen.
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) betonte: “Ich sehe lieber Tiere in freier Wildbahn, als einen Tanzbären im Zirkus“. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sei nun aufgefordert, Tierquälerei in Zirkussen per Gesetz zu verbieten, sagte Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife. “Manege und Zirkuswagen sind kein Lebensraum für Wildtiere wie Elefanten, Tiger und Affen.“
Bereits 2003 hatte der Bundesrat einen Anlauf für ein Verbot von Wildtieren unternommen, damals gab es unter Grünen-Agrarministerin Renate Künast aber verfassungsrechtliche Bedenken. Auch die Union argumentiert heute, ein Verbot könnte gegen die Verfassung verstoßen, weil es die Freiheit der Berufsausübung der Dompteure sowie das Eigentumsrecht unverhältnismäßig einschränken würde.
Vereinbart wurde zunächst nur ein Zirkusregister, um Zirkusse und die von ihnen mitgeführten Tiere zu erfassen. Zuletzt hatten Union und FDP im März einen Verbotsantrag der Grünen im Bundestag abgelehnt. Mit der Bundesratsinitiative kommt nun aber neue Bewegung in das Thema. Die Länder argumentieren, der im Grundgesetz verankerte Tierschutz sei höher zu bewerten als Einschränkungen der Berufsausübung.
In 13 europäischen Ländern ist die Haltung von Wildtieren inzwischen ganz oder teilweise verboten.
Von Georg Ismar
Karte wird geladen...

Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.