Gorleben - Bunt und kreativ soll der Atom-Widerstand sein. Doch Zusammenstöße zwischen Castor-Gegnern und Polizisten überschatten die friedliche Demonstration tausender Menschen im Wendland. Im Wald kommt es zu Szenen der Gewalt.

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Während es bei der Großdemonstration in Dannenberg friedlich zuging,
Unterschiedlicher könnten die Gesichter des Castor-Protests kaum sein: In Dannenberg demonstrieren bei der zentralen Anti-Atom-Kundgebung Familien mit Pudelmützen, singend und mit bunten Fahnen, auch Rentner mit Rollatoren sind dabei. Entlang der Schienenstrecke, auf der am Wochenende elf Atommüll-Behälter rollen müssen, geraten dagegen immer wieder Atomkraftgegner und Polizisten aneinander. Einsatzkräfte gehen mit Schlagstöcken und Pfefferspray aus nächster Nähe gegen Castor-Gegner vor. An einem anderen Ort fliegen an den Tagen zuvor Brandsätze gegen Polizeiwagen und Steine gegen die Beamten.
Seit Jahrzehnten bestimmt der Atom-Widerstand die Gegend im niedersächsischen Wendland - daran kann auch der nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Atomausstieg in Deutschland nicht viel ändern.
Klare Worte, die auch in den Aussagen der Organisatoren der verschiedenen Umweltverbände und Anti-Atom-Organisationen mitschwingen. Auch wenn in ihren Augen die Hauptschuld für die Zwischenfälle bei der Polizei und ihrer „unangemessenen Machtdemonstration“ zu suchen sind. Es sei jedoch ein wichtiges Zeichen, das von den vielen tausend friedlichen Demonstranten ausgehe, betonten sie unisono.
In dem unübersichtlichen Waldgebiet - Göhrde genannt - kommt es derweil stundenlang zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Castor-Gegnern und der Polizei. Die „Schotterer“, die Steine aus dem Gleisbett holen wollen, schleichen sich an, eine Polizeikette stoppt sie erst kurz vor den Schienen. „Bleiben Sie ruhig, kommen Sie erstmal auf Normalpuls“, ruft ein Demonstrant den Beamten zu. Kurz danach setzt ein massiver Polizeieinsatz der Protestaktion ein Ende. Es gilt die harte Linie: Null Toleranz gegen „Schotterer“. Wie viele Verletzte es bei den Zusammenstößen gab, lässt sich noch nicht überschauen - genau wie die Ankunftszeit des Atom-Zuges.
dpa
Quelle: Kreiszeitung
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