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Atom: Beim Castor-Transport wird auch gewaltbereite Demonstranten erwartet / 20.000 Polizisten im Einsatz

Polizei rechnet mit 300 extremen Castor-Demonstranten

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Gorleben - Von Anja Mia Neumann - Polizei und Demonstranten treffen die letzten Vorbereitungen für den Castor-Transport. In der kommenden Woche soll er von Frankreich ins niedersächsische Wendland nach Gorleben rollen. Die Polizei geht davon aus, dass auch etwa 300 gewaltbereite Demonstranten kommen.

© dpa

Die Polizei rechnet nicht nur mit friedlichen Demonstranten beim Castor-Transport nach Gorleben.

„Diesen Menschen reicht der friedliche Protest nicht“, sagte der Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, Friedrich Niehörster, am Mittwoch in Hannover. Viele von ihnen pilgerten extra in das Wendland, um die Auseinandersetzung mit der Polizei zu suchen. Einige Demonstranten hätten mit großer Akribie Pläne von Funkmasten und Unterkünften der Polizei erstellt, sagte Niehörster. „Ansonsten rechnen wir mit vielfältigen und kreativen Aktionen.“

Zahlen und Fakten zum Castor-Transport

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Insgesamt erwartet die Polizei weniger Atomgegner als bei dem Atommülltransport im vergangenen Jahr, gegen den bis zu 50 000 Demonstranten protestierten. Neben Sitzblockaden, Märschen und Baumfällaktionen rechnen die Beamten damit, dass sich wieder einige Demonstranten an die Schienen ketten und so versuchten, die Ankunft des Zuges zu verzögern. „Fantasievoller Protest ist in Ordnung, aber sich dabei in Lebensgefahr zu begeben, kann nicht sinnvoll sein“, warnte der Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover, Thomas Osterroth.

© dpaDer Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, Friedrich Niehörster, erwartet insgesamt weniger Demonstranten als 2010. Da waren es 50.000.

Rund 20 000 Polizisten werden nach Angaben der Polizei Lüneburg den Castor-Transport in diesem Jahr schützen, rund 8000 Bundespolizisten aus ganz Deutschland und etwa 12 000 Beamte der Landespolizei. Weniger Toleranz wolle die Polizei in diesem Jahr unter anderem bei Traktorblockaden walten lassen, kündigte Niehörster an. „Es geht nicht, dass Beamten das Essen und die Toilette verwehrt wird.“ Aus diesen Erfahrungen im vergangenen Jahr habe die Polizei gelernt. Es werde aber immer „lageangepasst und mit Augenmaß gehandelt“. Bereits in dieser Woche habe es erste Proteste gegeben: Sandsäcke haben bei Gorleben auf den Schienen gelegen und Verkehrsschilder seien weggeräumt worden.

Für die Bauern im Wendland gehe es bei dem Protest nicht um eine spaßhafte Meinungsäußerung, sagte Carsten Niemann von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. „Es ist richtig ernst, was hier passiert. Wir wollen unsere Heimat schützen.“ Den Transport auf möglicherweise eisiger und glatter Fahrbahn rollen zu lassen, finde er fahrlässig. „Ich fordere die Beamten der Polizei auf, ihren Dienst zu verweigern.“

Erkundungsbergwerk Gorleben

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Sollte es auch beim Castor-Transport ähnlich nebelig sein, wie in diesen Tagen, könnte das den Beamten tatsächlich Kopfschmerzen bereiten. „Dieser späte Termin ist nicht toll - für beide Seiten“, meinte Niehörster. Kritischer als Nebel und Schnee sei jedoch Wind. Dieser könne das Umladen der Castoren am Bahnhof in Dannenberg von der Schiene auf die Straße erheblich erschweren.

„Wir werden für viel Wind sorgen“, kündigte die Atomgegnerin Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg schonmal an. Wie sehr die Proteste den Castortransport erschweren, wird man erst nächste Woche sehen.   dpa

Quelle: Kreiszeitung

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