Gorleben - Von Anja Mia Neumann - Polizei und Demonstranten treffen die letzten Vorbereitungen für den Castor-Transport. In der kommenden Woche soll er von Frankreich ins niedersächsische Wendland nach Gorleben rollen. Die Polizei geht davon aus, dass auch etwa 300 gewaltbereite Demonstranten kommen.

© dpa
Die Polizei rechnet nicht nur mit friedlichen Demonstranten beim Castor-Transport nach Gorleben.
„Diesen Menschen reicht der friedliche Protest nicht“, sagte der Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, Friedrich Niehörster, am Mittwoch in Hannover. Viele von ihnen pilgerten extra in das Wendland, um die Auseinandersetzung mit der Polizei zu suchen. Einige Demonstranten hätten mit großer Akribie Pläne von Funkmasten und Unterkünften der Polizei erstellt, sagte Niehörster. „Ansonsten rechnen wir mit vielfältigen und kreativen Aktionen.“
Für die Bauern im Wendland gehe es bei dem Protest nicht um eine spaßhafte Meinungsäußerung, sagte Carsten Niemann von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. „Es ist richtig ernst, was hier passiert. Wir wollen unsere Heimat schützen.“ Den Transport auf möglicherweise eisiger und glatter Fahrbahn rollen zu lassen, finde er fahrlässig. „Ich fordere die Beamten der Polizei auf, ihren Dienst zu verweigern.“
Sollte es auch beim Castor-Transport ähnlich nebelig sein, wie in diesen Tagen, könnte das den Beamten tatsächlich Kopfschmerzen bereiten. „Dieser späte Termin ist nicht toll - für beide Seiten“, meinte Niehörster. Kritischer als Nebel und Schnee sei jedoch Wind. Dieser könne das Umladen der Castoren am Bahnhof in Dannenberg von der Schiene auf die Straße erheblich erschweren.
„Wir werden für viel Wind sorgen“, kündigte die Atomgegnerin Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg schonmal an. Wie sehr die Proteste den Castortransport erschweren, wird man erst nächste Woche sehen. dpa
Quelle: Kreiszeitung
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