SYKE - Von Michael Krüger. 22.600 Kinder und Jugendliche haben in Deutschland eine verkürzte Lebenserwartung. Mit ihren Familien werden viele dieser schwerkranken Kinder von ambulanten Diensten oder in stationären Einrichtungen betreut. 1998 wurde in Olpe (Nordrhein-Westfalen) das erste Kinderhospiz in Deutschland eröffnet: „Balthasar“.

Kinderhospiz Löwenherz in Syke
Der erste ambulante Kinderhospizdienst wurde 1999 gegründet. Heute gibt es deutschlandweit zehn stationäre Kinderhospize, zwei Einrichtungen für Jugendliche und 94 ambulante Dienste. „Das ist binnen weniger Jahre eine sehr positive Entwicklung“, sagt Marcel Globisch vom Deutschen Kinderhospizverein.
Der seit 1990 bestehende Verein betreibt selbst 18 ambulante Hospizdienste, hält neben dem Malteser Hilfsdienst in diesem Bereich das größte Angebot parat. Baden-Württemberg ist mit 23 ambulanten Diensten unter den Ländern am besten versorgt, in Niedersachsen gibt es fünf. Nachholbedarf gebe es vor allem im Osten, sagt Globisch: In Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gebe es jeweils nur einen ambulanten Hilfsdienst für schwerkranke Kinder, in Sachsen-Anhalt zwei.
Finanziert werden sowohl ambulante Dienste als auch die Kinderhospize zu rund einem Drittel aus Beiträgen der Krankenkassen, der Rest muss aus Spenden kommen. Für Familien sind die Angebote kostenlos. Meist vier Wochen Aufenthalt Familien aus einem Umkreis von rund 250 Kilometern zählen zum Einzugsraum einer Einrichtung wie „Löwenherz“ in Syke (Kreis Diepholz), dem einzigen Kinderhospiz in Niedersachsen und Bremen, sagt Globisch.
Gewöhnlich spricht man von vier Wochen im Jahr, in denen die Familien stationäre Angebote nutzen, obgleich gesetzlich keine Begrenzung festgeschrieben ist. Zum heutigen Tag der Kinderhospizarbeit machen die Kinderhospize und ambulanten Hospizdienste auf die Situation unheilbar kranker Kinder und Jugendlicher aufmerksam. Der zentrale Festakt des Deutschen Kinderhospizvereins findet in Köln statt.
Quelle: Kreiszeitung
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