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Ein Atommüll-Lager nahe Nienburg? / Birkner lässt Endlagersuche offen

Ein Atommüll-Lager nahe Nienburg?

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Hannover - Von Hans Brinkmann. Niedersachsens Landesregierung hält es für denkbar, dass neben Gorleben ein weiterer Standort in diesem Bundesland für eine zentrale Atommüll-Deponie untersucht wird.

Umweltminister Stefan Birkner (FDP) sagte gestern der Frankfurter Rundschau: „Wenn ein offener und transparenter Prozess einen Standort in Niedersachsen ermittelt, könnten wir uns dem nicht entziehen“. Er vertraue aber darauf, dass es eine bundesweite Endlagersuche gebe.

Eine Sprecherin des Umweltministeriums erklärte ergänzend, man sehe bislang keinen Grund, Gorleben aus geologischen Motiven „aus dem Topf“ zu nehmen. Wenn dieser Salzstock aber allein aus politischen Gründen ausgeschlossen werde, könnten bei der geplanten Untersuchung von Alternativen auch andere Standorte auf einen politisch begründeten Ausschluss pochen. Regierungssprecher Franz-Rainer Enste betonte, die Position Birkners sei die der gesamten Landesregierung. Zuvor war stets bekräftigt worden, dass außer Gorleben kein weiterer Standort in Niedersachsen als Endlager für hochradioaktive Abfälle in Betracht komme. Vor der Festlegung auf Gorleben hatte der Salzstock Wahn im nördlichen Emsland als erste Wahl für ein Atommülllager gegolten. Weitere denkbare Salzstöcke liegen bei Bad Zwischenahn, Ahlden zwischen Nienburg Walsrode und Celle. Ins Visier geraten könnten aber auch Tonschichten auf einer Achse von der Grafschaft Bentheim über den Kreis Osnabrück bis Hildesheim. Bund und Länder wollen heute in Berlin ihre Beratungen über den Entwurf für das Endlagersuchgesetz fortsetzen. Im Vorfeld übten Bürgerinitiativen und Greenpeace heftige Kritik an dem Konzept, wobei sie vor allem verurteilten, dass Gorleben weiter untersucht werden solle. Bund und Länder fürchten andernfalls eine juristische Anfechtung der Endlagersuche und Schadensersatz für bisherige Milliardeninvestitionen in Gorleben.

Während Greenpeace-Experten einen politischen Ausstieg aus dem Projekt im Wendland für durchaus möglich erachteten, prognostizierten Vertreter niedersächsischer Anti-Atom-Initiativen, dass das Endlagergesetz spätestens in zwei Jahren scheitern werde. Es gebe keinen tatsächlichen Neustart, monierten sie; es fehle auch an Einflussmöglichkeit von Kommunen, die als mögliche Standorte in Betracht kämen.

Quelle: Kreiszeitung

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