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Artgerechte Rinderhaltung: Lindemann für Laufhöfe

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Echem - Die Massentierhaltung ist immer mehr in die Kritik geraten. Ein Tierschutzplan auch für Rinder soll in Niedersachsen die Akzeptanz der modernen Landwirtschaft verbessern.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Lindemann ( CDU) erläutert am Montag in Echem (Landkreis Lüneburg) seinen Tierschutzplan und die Konsequenzen für die Rinderhaltung.

In der Debatte um eine artgerechte Rinderhaltung hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) Laufhöfe für die Tiere ins Spiel gebracht. Wo Weidegang nicht möglich sei, könnten Laufhöfe mit Tageslicht innerhalb des Betriebs eine Lösung sein, sagte Lindemann am Montag in Echem (Landkreis Lüneburg). Die ganzjährige Stallhaltung von dauerhaft angebundenen Rindern sei nicht mehr zeitgemäß.

Lindemann hatte mit seinem „Tierschutzplan Niedersachsen“ auf Kritik an der modernen Tierhaltung reagiert. Diese sei zumindest in Teilbereichen gerechtfertigt, erklärte er auf der Wintertagung Rind im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem zum Thema Tierschutz und Tiergesundheit. Andererseits sei Massentierhaltung ein fast inflationär benutzter Begriff, für den es keine verbindliche Definition gebe.

Die Kritik müsse ernst genommen werden, um die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Gleichzeitig müssten Lebensmittel bezahlbar bleiben, betonte Lindemann. „Lebensmittelpreise haben auch eine soziale Komponente“, erklärte er.

„Eine Abwanderung der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft an ausländische Standorte nutzt niemandem“, sagte Lindemann. Es gelte, gesellschaftlich akzeptierte und wirtschaftlich leistbare Haltungsbedingungen zu entwickeln. Einen konkreten Zeitrahmen nannte Lindemann nicht.

Der Tierschutzplan sieht etwa bei Hühnern ein Ende der Schnabelkürzungen vor, Schweinen sollen nicht mehr routinemäßig die Schwänze gekürzt werden. Rinder sollten nicht mehr ohne Betäubung enthornt werden, fasste Lindemann seine wichtigsten Ziele zusammen.

Nach einer angemessenen Übergangsfrist könnte auch für alte Betriebe eine Haltungsform Vorschrift werden, die das Bedürfnis der Tiere nach Licht, Luft und Sonne berücksichtige, kündigte er an.

Der Minister stellte in Echem Landwirten die Konsequenzen seines Tierschutzplanes für die Rinderhaltung vor. Niedersachsen habe mit rund 770 000 Milchkühen nach wie vor den zweitgrößten Milchkuhbestand Deutschlands. Das geplante Tierschutzlabel solle beim Verbraucher für Produkte werben, bei deren Herstellung die Belange des Tierschutzes besonders berücksichtigt wurden.

Im LBZ Echem soll künftig die überbetriebliche Lehrlingsausbildung für Schweine- und Rinderhaltung erfolgen. Die Landwirtschaftskammer plant dafür in Echem den Bau einer Anlage mit 3000 Schweinen.

Lindemann erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verantwortung des Echems als zentraler Ausbildungseinrichtung im Agrarland Niedersachsen .

Quelle: Kreiszeitung

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