Werben. „Harmonic Brass“ ist eine im Jahre 1991 in München gegründete Blechblasformation. Sie besteht aus fünf Musikern, die allesamt eine Hochschulausbildung und Engagements bei renommierten Orchestern hinter sich haben.

© Schaffer
Hans Zellner, Gergely Lukàcs, Andreas Binder, Thomas Lux und Manfred Häberlein bilden das Quintett „Harmonic Brass“ aus München. Sie begeisterten in der Johanniskirche.
1997 entschieden sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit. Das Quintett arbeitet bei Konzerten und CD-Aufnahmen eng mit dem Leipziger Gewandhausorganisten Matthias Eisenberg zusammen. Bei Tourneen in vier Kontinenten, unter anderem im Auftrag des Goethe-Instituts, brachte die Gruppe Brass Musik (Brass aus dem engl. = Messing und damit Sammelbezeichnung für Blechblasinstrumente) von hoher Qualität zu Gehör. Dem Werbener Pfarrer Jan Foit war es gelungen, diese weltweit agierende Gruppe in die Kirche St. Johannis zu holen. Bei knackiger Kälte übernahm der Pfarrer die Eintrittskassierung und verteilte gleichzeitig bei Bedarf wärmende Decken. Mitglieder des Kirchspiels hatten diese vor einiger Zeit gespendet. „Heute darf ich dem Evangelisten Paulus widersprechen, der da sinngemäß behauptete, dass die Kopfbedeckung beim Betreten der Kirche abzunehmen sei. Lassen Sie Ihre Mützen und Handschuhe heute an und kuscheln sie sich in die Decken“, so Foit bei der Begrüßung der über 70 Zuhörer.
Die Musiker kamen unter den Klängen des Rondo von Mauret von der Nordostseite der Kirche in den Chorraum marschiert. „Wir geben seit 20 Jahren im Jahr durchschnittlich 120 Konzerte, aber unter diesen klimatischen Bedingungen haben wir bisher noch nie gespielt. Pudelmützen und Handschuhe gehören heute zu unserem Outfit“, so der Moderator und Hornist Andreas Binder. Mehrere Elektroheizkörper versuchten die Blasinstrumente, die direkt davor standen, einigermaßen auf Betriebstemperatur zu halten. Reservemundstücke wurden in den Hosentaschen deponiert. „Wir sind heute wohl an der Grenze des Machbaren angelangt, denn bei diesen Temperaturen kann das Wasser aus der Atemluft in den Instrumenten schon fast gefrieren“, so der Trompeter Hans Zellner.
Von Walter Schaffer
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