Wittingen. Bekommt Wittingen eine „enge Süd“? Eine Umgehung, die die Gewerbegebiete Celler Straße und Wunderbütteler Kirchweg verbindet und dabei die Bahnhofstraße und den Hindenburgwall entlastet?

Der Wunderbütteler Kirchweg (oben) endet derzeit am DB-Bahnübergang (im Hintergrund), dort würde die Umgehung in Richtung Lessingstraße (unteres Bild) weiterführen. Die OHE-Kreuzung im Vordergrund könnte verschwinden. Fotos: Boden
Die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses erweckte den Eindruck, dass die Politik in dieser Frage noch kein Stück weiter ist als beim letzten Mal, als das Thema auf der Tagesordnung stand.
Was vielleicht daran liegt, dass es sich bei der Umgehung um ein Lieblingsthema von Friedrich Lührs (FWG) handelt, das selbst der Koalitionspartner SPD eher mit spitzen Fingern anfässt und das von der CDU mehr oder weniger offen abgelehnt wird. Und was freilich auch darin begründet ist, dass eine Investitionssumme von offenbar mindestens 1,5 Millionen Euro im Raum steht.
So dreht man sich im Kreis. Das Thema kam im November 2010 erstmals auf die Tagesordnung, und in der Sitzung vom 9. März letzten Jahres empfahl der Verkehrsausschuss, 15 000 Euro Planungskosten im Haushalt bereitzustellen.
Das klang entschlossen, doch scheinbar ist wieder alles offen. Die CDU ließ sich von Lührs einmal mehr Sinn und Zweck einer engen Südumgehung erklären, und der FWG-Mann gab sich frustriert darüber, dass die Verwaltung noch keine Kosten ermittelt habe. Deshalb hatte Lührs das kurzerhand selbst in die Hand genommen, was in Reihen der CDU als Grund zur Erheiterung aufgefasst wurde.
Mit der engen Ortsumgehung soll Wittingen, wenn es nach Lührs geht, zwei wesentliche Ziele verfolgen. Zum einen solle die Trasse als Erschließung neuer ortsnaher Gewerbeflächen dienen („für Firmen, die nicht in den Hafen wollen“), zum anderen solle sie helfen, Staus zu vermeiden, wenn im Zuge des Regionalbahnkonzeptes 2014+ die Schranken in der Bahnhofstraße noch wesentlich öfter unten sind.
Uwe Hoppmann (CDU) konnte dem nichts abgewinnen („eine Schnapsidee“). Mit zwei Autobahnabfahrten bei Mannhagen und bei Eutzen, die wie eine Teilumgehung gesehen werden können, habe man bei den Verkehrsplanern „das Maximum für die Stadt rausgeholt“.
Hans-Heinrich Koch (SPD) vertrat die Ansicht, dass die Stadt die Investition nicht aus eigener Kraft „wuppen“ könne. Das weiß auch Lührs. Er setzt darauf, dass sich für das Projekt Fördermittel einwerben lassen.
Das Schlusswort blieb dann Peter Lindwor (CDU) vorbehalten, der neu im Ausschuss ist: „Warum wollen wir eigentlich Kosten ermitteln für etwas, das wir gar nicht haben wollen?“ Diesen Eindruck konnte er angesichts des Diskussionsverlaufes durchaus gewinnen – der Ausschuss votierte dann aber doch dafür, dass nun zunächst einmal geprüft werden soll, ob Fördermittel für ein solches Projekt fließen könnten. Fällt die Antwort positiv aus, dann sollen auch die Kosten ermittelt werden.
Von Holger Boden
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