Ehra/Lessien. Die bei Ehra geplante Anschlussstelle der A 39 soll weiter nördlich als bisher geplant gebaut werden. Die Wolfenbütteler Straßenbaubehörde begründete diesen Entschluss gestern mit der ansonsten zu erwartenden Verkehrsbelastung der Ehraner Ortsdurchfahrt.

Die Skizze der Landesbehörde für Straßenbau zeigt die Planung für eine Nordumfahrung von Ehra.
Bislang war vorgesehen, eine Abfahrt an der L 289 zwischen Ehra und Lessien zu bauen. „Durch die Verlegung der Anschlussstelle um einige hundert Meter nach Norden schaffen wir eine deutliche Entlastung für die Ortslage“, sagte Behördenchef Bernd Mühlnickel. Die Landesbehörde habe damit einen Vorschlag aufgegriffen, der auch vor Ort diskutiert wurde.
Für die neue Anschlussstelle soll die L 289 nach Norden verlegt werden. In einer langgezogenen Rechtskurve soll sie nördlich von Ehra auf die L 288 treffen, die in Richtung Boitzenhagen führt.
Dieser Teil der Planung ist laut Mühlnickel bereits mit Kosten belegt: Die Verlegung der Landesstraße und der Anschlussstelle wird Mehrkosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro mit sich bringen. „Dafür gibt es dann in Ehra keine Probleme mehr“, meinte Mühlnickel mit Blick auf den Nutzen.
Weil dieser östliche Abschnitt auf einer „anderen Zeitschiene läuft“ (Mühlnickel), kann es passieren, dass der Verkehr von und zur Anschlussstelle für eine Übergangszeit doch noch durch den Ort fließt. Die Planer wollen aber versuchen, diese Zusatz-Verbindung bereits in das Planfeststellungsverfahren für die A 39 zu integrieren.
Die direkte Verbindung zwischen Ehra und Lessien soll künftig über die verlegte L 289 erfolgen. Die bisherige Trasse der Landesstraße werde nicht mehr benötigt, erläuterte Mühlnickel – sie werde daher nach Abschluss der Bauarbeiten abgestuft und zur Sackgasse. Eine Brücke zur Querung der geplanten Autobahn sei nicht vorgesehen.
Die neue Planung sei grundsätzlich bereits mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt, so Mühlnickel. In den kommenden Monaten werde sie detailliert ausgearbeitet und dem Ministerium zur Genehmigung übersandt. Die übrige Planung des rund 13 Kilometer langen A-39-Abschnitts zwischen Weyhausen und Ehra liege dort bereits vor.
Bromes Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel begrüßte gestern die neuen Pläne: „Das ist gut für Ehra, damit bekommen wir den Verkehr aus dem Ort.“ Gemeindebürgermeisterin Jenny Reissig gab gestern zu Protokoll: „Ich freue mich riesig.“ Gleichzeitig sei man erstaunt über den Sinneswandel der Planer, denn die Gemeinde haben schon 2006 einen fast identischen Vorschlag gemacht. Sie wolle sich nun allerdings dafür einsetzen, dass vielleicht doch noch eine direkte Verbindung zwischen Ehra und Lessien erhalten bleibt – zumindest für Fußgänger und Radfahrer.
Von Holger Boden
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