Salzwedel. Eberhard Hertel hat einen Traumjob, um den ihn wahrscheinlich viele beneiden. Gleichzeitig ist es einer der härtesten Arbeitsplätze, die es in der Musikbranche gibt.

Volksmusikkönig Eberhard Hertel sang sich – wie immer – in die Herzen seines Publikums. Er war auch im Salzwedeler Kulturhaus der Star der Volksmusik. Fotos (4): Zahn
Davon konnten sich die Fans am Donnerstag im ausverkauften Salzwedeler Kulturhaus ein umfangreiches Bild verschaffen. Hertel präsentierte zum wiederholten Mal seine volkstümliche Musikkantenparade. Das einzig traurige daran: Musikanten gab es so wenige, wie Erdbeeren im Joghurt – die Musik kam hauptsächlich aus der Konserve und die Künstler sangen dazu.
Ein funkelndes Amüsement war es trotzdem für die Gäste. Mit gewitzter Miene sang Volksmusikkönig Hertel sich schnell in die Herzen seiner Untertanen, die pünklichst folgten. Den Anfang machten Kathrin & Peter aus Waltersdorf in der Oberlausitz, die seit 27 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten zu Hause sind. Hits wie „Wann, wenn nicht heut“ oder „Gott sei dank hab ich dich“ sind Lieder mit einer frischen Melodie.
„Samba-Zeit“, sagte Katharina Herz und suchte sich zwei Männer im Publikum. Manfred Fichtner und Wilfried Rohde mussten zu einer Samba-Melodie mit ihr tanzen. Sie schmissen die Beine hoch, wie sonst die Damen im Friedrichstadtpalast. Sie wackelten mit ihren Hüften – der Applaus war ihnen sicher.
Die Geschwister Niederbacher aus dem schönen Tirol – das war reinrassige Volksmusik von jungen Leuten, mit Herz und Seele gespielt. Klar geregelter Energiefluss, rasche bis sportive Tempi, da ging das Publikum der silberhaarigen Senioren sofort mit. 6/8 Takt zum Schunkeln oder 4/4 Takt zum Klatschen – der Volksmusikfreund musste auf nichts verzichten. Da wurde schnell klar: Das ist kein Konzert, das ist keine Musikantenparade – das ist eine riesengroße Familienfeier.
Den nächsten Termin sollten sich die Freunde dieser Musiksparte schon einmal in den Kalender meißeln, eine glanzvolle Revue aus Musik, Tanz und Emotionen, in das Wunderland der Träume geleitet Maxi Arland am 17. Oktober – wieder im Kulturhaus.
Von Bernd Zahn
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