Mieste. Das Verhältnis zwischen den Miester Rentnern und ihrem Ortsbürgermeister Kai-Michael Neubüser hatte sich zuletzt abgekühlt. Vor allem ein falsch adressierter und deshalb unbeantwortet gebliebener Brief an den Stadtrat hatte unter den Verfassern für Irritationen gesorgt.

© Walter
Miestes Ortsbürgermeister Kai-Michael Neubüser und Gerda Klopp, die Vertreterin der Miester Senioren.
Bei einem Gespräch in der ehemaligen Gemeindeverwaltung haben Neubüser und Vertreter der Miester Rentnervereinigung am Dienstag nun noch einmal ihre Positionen ausgetauscht und sich auf eine engere Zusammenarbeit geeinigt. „Wir werden nach wie vor gut zusammenarbeiten“ sagten der Ortsbürgermeister und Gerda Klopp, Vertreterin der Miester Senioren, nach dem Gespräch.
Auslöser der Verstimmung zwischen Neubüser und den Miester Rentnern war vor allem ein Leserbrief, den einige Senioren unter anderem in der Altmark-Zeitung veröffentlich hatten. „Da hätte ich mir schon gewünscht, erst einmal persönlich angesprochen zu werden“, sagte Kai-Michael Neubüser.
Doch es war nicht nur die Form der Kommunikation, die Neubüser ärgerte. Auch die im Brief geäußerte Kritik an seinem Verhalten war seiner Auffassung nach nicht korrekt. Es waren vor allem drei Punkte des Leserbriefes, die Neubüser störten. In ihrem Brief kritisierten die Miester Rentner einerseits, dass der Stadtrat nicht auf ein Schreiben der Anwohner der Miester Schillerstraße geantwortet habe, in dem diese – inklusive einer Unterschriftenliste mit 90 Unterzeichnern – eine Namensänderung ablehnen, beziehungsweise einen eigenen Vorschlag für die Umbenennung angeben.
Ein weiterer Kritikpunkt der Rentner war die Einführung einer einheitlichen Postleitzahl im Stadtgebiet. Nachdem Neubüser im Herbst in einem Gardelegener Ausschuss erklärt hatte, prinzipiell könne er sich eine einheitliche Postleitzahl auch in Mieste vorstellen, räumte der Ortsbürgermeister nun ein: „Das ist in der Bevölkerung negativ angekommen.“
Hätte er gewusst, dass sich eine breite Mehrheit der Miester für die Beibehaltung der alten Postleitzahl ausspricht, hätte er im Sinne der Bevölkerung agiert. Damals habe er aus „sachlich-fachlichen Gründen“ lediglich seine persönliche Sichtweise zum Ausdruck gebracht. Die Dimension der Reaktion, die diese fachlich motivierte Äußerung auslösen würde, habe er eindeutig unterschätzt. „Das war für mich ein Lehrstück“, sagte der Ortsbürgermeister.
Der letzte Kritikpunkt der Rentner bezog sich schließlich auf die Ausrichtung der Weihnachtsfeier. Durch den Leserbrief sei der Eindruck entstanden, dass die Organisatorin Gerda Klopp mit der Vorbereitung der Feier ganz allein gelassen wurde, sagte Neubüser. Auch das sei so nicht richtig. Nach dem Wegfall der Zuschüsse von fünf Euro pro Kopf infolge der Haushaltssperre habe er gemeinsam mit den anderen Ortsbürgermeistern bei der Stadt immerhin noch einen Zuschuss von zwei Euro pro Kopf für die Feier erstritten, betonte Neubüser.
Außerdem habe er die Organisation der Veranstaltung mit Gerda Klopp abgestimmt und auf diese Weise „im Rahmen meiner Möglichkeiten“ sehr wohl Unterstützung gegeben.
Gerda Klopp räumte ein: „Ja, das stimmt, wir beide haben miteinander gesprochen.“ Die Sichtweise der Verfasser des Leserbriefes erkläre sie sich so, dass im Zuge der Gebietsreform viel Frustration bei den Miester Rentnern entstanden sei. Manche hätten das Gefühl gehabt, nun kippe auch noch der Ortsbürgermeister um. Nach ihrem Gespräch wollen der Ortsbürgermeister und die Rentner künftig wieder mehr auf direktem Wege miteinander reden. Zu ihren Rentnertreffen hat Gerda Klopp den Ortsbürgermeister jedenfalls schon mal eingeladen.
Von Alexander Walter
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