Kusey. Die Entscheidung ist gefallen. Und zwar zugunsten von Pfarrer Bernd Schulz. Dieser mag allerdings noch nicht ganz daran glauben. „Ich habe noch nichts Schriftliches in Händen“, erklärte der Pfarrer.

Bernd Schulz bleibt auch weiter Pfarrer in der Region.
Aber zumindest mündlich hat er die Mitteilung bereits erhalten, dass er weiter in der Region tätig sein kann. Das zumindest hat der Kreiskirchenrat jetzt beschlossen und eine entsprechende „Bitte“ an das Landeskirchenamt gerichtet, wie Superintendent Matthias Heinrich auf AZ-Anfrage informierte. Der Kreiskirchenrat bittet darin um die Versetzung von Pfarrer Bernd Schulz in die neue Pfarrstelle Steimke-Kusey, die im Rahmen der Strukturveränderungen in der evangelischen Kirche schon seit einigen Jahren im Gespräch ist und nun auch tatsächlich geschaffen werden soll. Die Pfarrstelle in Kusey wird aufgelöst, das Kirchspiel Kusey mit dem Pfarrbereich Steimke-Immekath zusammengelegt.
„Ich warte auf das Schriftstück mit der Berufung“, zeigte sich Bernd Schulz noch zurückhaltend in seiner Freude. Über Jahre hatte sich das Verfahren um seine Person inzwischen hingezogen, viele Konflikte mussten überwunden werden. Das Band zum Kirchenkreis ist dünn. Bezeichnend dafür ist die Tatsache, dass nicht der Superintendent den Kuseyer Pfarrer über die Entscheidung des Kirchenkreises informierte, sondern sein Stellvertreter Horst Dietmann aus Gardelegen diese Aufgabe übernahm.
In Kusey soll zum 1. September die Stelle eines ordinierten Gemeindepädagogen für die Region drei – das ist das Gebiet rund um Klötze – besetzt werden, der zum einen für die Arbeit mit Jugendlichen zuständig ist und das evangelische Landjugendzentrum im Ort betreut. Zum anderen soll der Gemeindepädagoge aber auch einen Teil der seelsorgerischen Arbeit übernehmen, kündigte Matthias Heinrich weiter an. Weiter bestehen bleibt die Stelle von Gemeindepädagogin Barbara Rein, die für die Arbeit mit Kindern im Kirchspiel zuständig ist.
„Meine Freude ist noch gedämpft“, erklärte Bernd Schulz auf AZ-Anfrage. Er wartet auf die schriftliche Mitteilung und die Aufhebung des Abberufungsverfahrens gegen ihn. „Ich bin aber den beiden Kirchengemeinden sehr dankbar für ihre Entscheidung“, betont er. „Sie haben zu uns gestanden wie eine Eins“, freut er sich über die große Unterstützung für seine Person aus der Region. Im Vorfeld der Kirchenratssitzung hatte es eine erneute Unterschriftensammlung gegeben, in der die Einwohner aus Kusey und Umgebung ihre Solidarität mit dem Kuseyer Pfarrer bekundeten. „Die Gemeindeglieder haben das gesamte Verfahren geduldig und mit viel Engagement begleitet“, bedankt er sich für die große Unterstützung. Ein großes Lob zollt er Ulrike Gottschlich, die im Herbst den Vorsitz des Kuseyer Kirchspielrates übernommen hatte. Sie habe mit viel Verhandlungsgeschick agiert und ist „eine super Vorsitzende“. Bernd Schulz freut sich darüber, nun doch in der Region bleiben zu dürfen und der Abberufung, gegen die er gekämpft hat, entgangen zu sein. „Der Kirchenkreis musste einsehen, dass er rechtsstaatliche Bedingungen nicht aus den Angeln heben kann“, erklärte Bernd Schulz.
Von Monika Schmidt
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