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Arbeiterwohlfahrt beklagt: Kurzfristige Verträge schaden der kontinuierlichen Arbeit im Sozialen

„Sachen, die wegbrechen müssen“

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Gardelegen. Seit vielen Jahren ist es fast immer dasselbe: „Wir können nicht für die Zukunft planen. “ Das sagt Kerstin Volber, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Setzen sich für längerfristige Verträge bei Freien Trägern ein: AWO-Kreisvorsitzender Christoph Neumann (von links), SPD-Sprecherin Petra Grimm-Benne, AWO-Geschäftsführerin Kerstin Volber und der Landtagsabgeordnete Jürgen Barth. Foto: Schmidt

Gestern traf sie sich in Gardelegen mit der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Petra Grimm-Benne, die auf Initiative von Jürgen Barth, dem hiesigen Landtagsabgeordneten, in der Gardelegener AWO-Begegnungsstätte zu Gast war. Mit dabei war auch der AWO-Kreisvorsitzende Christoph Neumann.

Hauptproblem für freie Wohlfahrtsträger wie die AWO: Verträge im sozialen Bereich wie bei der Schuldnerberatung, der Erziehungshilfe oder der Suchtberatung würden vom Altmarkkreis Salzwedel oft nur für ein Jahr gewährt. Danach wird neu ausgeschrieben. „Das bedeutet eine stetige Unsicherheit“, so Kerstin Volber.

Petra Grimm-Benne betonte, dass es der Kreis sei, der diese Aufgaben vorhalten müsse. Es gebe zwar finanzielle Unterstützung vom Land. Aber „es geht oft nur ums Geld, weniger um die Qualität“, habe sie festgestellt. Gegen längerfristige Verträge gebe es „unsagbare Widerstände“ in vielen Kreisverwaltungen, so die SPD-Politikerin. Dabei kriege man Verträge, die über mehrere Jahre laufen, woanders durchaus hin. Beispielsweise bei Landestheatern oder Museen. „Warum“, so fragt Petra Grimm-Benne, „soll das Soziale eigentlich schlechter stehen als die Kultur?“

Neben der mangelnden Kontinuität bei den derzeit geltenden Ein-Jahres-Verträgen gebe es noch ein weiteres Problem, erläuterte Kerstin Volber: „Die jungen Mitarbeiter laufen uns weg.“ Sie würden, weil oft familiär noch ungebunden, dafür aber durchaus qualifiziert, sicherere Arbeitsplätze in anderen Regionen bevorzugen.

Oder auch in der Verwaltung, wie Christoph Neumann ergänzte. Dort habe es bereits Abwerbungen von Mitarbeitern freier Träger gegeben, berichtete er.

Aktuell hat die AWO im Bereich der Suchtberatung für den gesamten Kreis nur noch drei statt vorher vier Mitarbeiter. Mit Folgen, wie Kerstin Volber auflistete: „Die Wartezeiten verändern sich und wir können keine Prävention mehr betreiben.“ Vorher sei man noch regelmäßig als Freier Träger in Schulen gegangen, um Jugendliche auf Suchtgefahren aufmerksam zu machen. Das falle nun weg. „Das sind Sachen, die einfach wegbrechen müssen“, weil man weniger Personal als vorher habe. Hinzu komme, so Christoph Neumann, dass auch im Altmarkkreis Salzwedel die Zahl von Suchtkranken und Schuldnern ansteige, obwohl die Zahl der Bevölkerung als Ganzes abnehme.

Petra Grimm-Benne will sich für längere Vertragslaufzeiten – die es vor Jahren schon gab – einsetzen. Denn die jetzigen Freien Träger würden gute Arbeit leisten, es gebe kaum Alternativen zu ihnen: „Der Kuchen ist doch verteilt.“

Von Stefan Schmidt

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