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Feuerwehreinsätze zur Beseitigung von Ölspuren nehmen zu / Arbeitgeber mitunter verärgert

„Nicht unbedingt Eure Aufgabe“

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Gardelegen. Das Thema ist seit vielen Jahren bekannt. Und die Feuerwehren versuchen, den Spagat hinzubekommen.

Dafür ist die Feuerwehr eigentlich nicht da: Beseitigung von Ölspuren, wie hier kürzlich entlang der Stendaler Straße in Gardelegen. Foto: Walter

Doch im abgelaufenen Jahr, so berichtete Gardelegens Wehrleiter Wolfgang Hein – er ist zugleich auch Stadtwehrleiter – habe das Problem neue und größere Ausmaße angenommen.

Es geht um die Beseitigung von Ölspuren. In nicht weniger als 20 Fällen, so berichtete Wolfgang Hein während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Gardelegener Feuerwehr, habe die Wehr im Jahr 2011 ausrücken müssen, um Ölspuren zu beseitigen Nicht immer nur nach Unfällen, sondern oft auch verursacht durch defekte Fahrzeuge oder schlicht Unachtsamkeit. Viele dieser Ölspuren, so der Wehrleiter, seien mehrere, mitunter mehrere Dutzend Kilometer lang gewesen, was einen erhöhten Arbeitsaufwand bedeutet hätte.

Das Problem: Die Beseitigung solcher ausgelaufener Flüssigkeiten ist streng genommen gar nicht Aufgabe der Feuerwehren. Sondern sie liegt zuerst im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Straßenbaulastträgers, also der Straßenmeistereien. Die Wehren werden eigentlich nur dann gerufen, wenn „Gefahr im Verzuge“ ist. Was andererseits bei nahezu jeder Ölspur der Fall ist. Denn die Gefahr, darauf auszurutschen und zu verunfallen, ist stets gegeben.

Ärgerlich sei es nur, wie Wolfgang Hein von einem Einsatz des vergangenen Jahres berichtet, wenn die Kameraden der Feuerwehr ihre Arbeitsplätze verlassen, um eine Ölspur zu beseitigen, dann auch Mitarbeiter der Straßenmeisterei vor Ort sind – und erstmal Mittagspause machen. „Unser Leute rennen von der Arbeit weg, und andere machen parallel Pause“, schimpfte Wolfgang Hein.

Zumal es viele sonst durchaus kulante Arbeitgeber ärgert, wenn ihre Mitarbeiter, die Mitglieder einer Feuerwehr sind, während der Arbeitszeit ausrücken – was gesetzlich so abgesichert ist – um dann „die Straße zu fegen“, wie Wolfgang Hein erläutert. Mitunter fehle dann das Verständnis bei den Chefs. Und der Wehrleiter hat wiederum Verständnis für solches Unverständnis.

Deshalb seine Bitte an Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, eine Lösung zu finden. Vorschlag des Gardelegener Wehrleiters: Die Mitarbeiter im grünen Bereich könnten doch auch mithelfen, Flüssigkeiten von der Fahrbahn zu beseitigen. „Das würde uns als Feuerwehren entlasten“, so Hein.

Konrad Fuchs versprach noch während der Jahreshauptversammlung, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Die Idee mit den Grünflächen-Mitarbeitern sei „ein Hinweis, der mir einleuchtet“, so der Bürgermeister. Und den man gegebenenfalls auch umsetzen könne. Denn auch Fuchs ist der Meinung, dass „die Beseitigung von Ölspuren nicht unbedingt Eure Aufgabe“ ist.

Von Stefan Schmidt

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