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„Für uns eine ganz wichtige Nachricht“

Pläne zur Sanierung des Zichtauer Waldbades vor Prüfung / Gesundheitsamt und Landesamt äußern Bedenken

„Für uns eine ganz wichtige Nachricht“

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Zichtau. Angesichts von Temperaturen um minus zehn Grad mochte wohl noch keiner der Anwesenden gestern an ein kühlendes Bad denken. Geht es nach dem Förderverein des Zichtauer Waldbads soll genau das aber im kommenden Sommer im Waldbad wieder möglich sein.

Das Zichtauer Waldbad war im August 2011 wegen Blaualgenbefalls geschlossen worden. In diesem Jahr soll es wieder öffnen.

Bei einem Ortstermin machten Vereinsmitglieder gestern Vertretern des Landkreises, der Stadt und verschiedener Ämter deutlich, dass die dafür geplanten Sanierungsmaßnahmen schnell umgesetzt werden müssen.

Denn nach der Sperrung der kommunalen Einrichtung wegen Blaualgenbefalls im vergangenen August müssen Verein und Stadt noch vor dem Beginn der Badesaison die Unbedenklichkeit des Zichtauer Wassers nachweisen, um damit die Vorraussetzung für eine Öffnung des Freibads zu schaffen. Zur Genehmigung der vom Förderverein gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Altmark geplanten Sanierungsmaßnahmen gab es gestern vom Landkreis erst einmal eine gute Nachricht.

Es bedürfe keines Planfeststellungsverfahrens für die Durchführung der Sanierungsarbeiten am Becken des Zichtauer Waldbades, informierte Stephan Gerth, Mitarbeiter der Unteren Wasserschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel. Ein einfacher Antrag, der möglichst alle Planungen berücksichtige, genüge, so Gerth. „Für uns ist das eine ganz wichtige Nachricht“, wertete Fördervereinsvorsitzende Astrid Läsecke diese Auskunft der Behörde. So werde die Genehmigung der vorgesehenen Maßnahmen zur Sanierung des Naturgewässers nun hoffentlich wesentlich schneller und weniger aufwendig von statten gehen.

Geplant ist im Freibad eine Paketlösung im Umfang von rund 60 000 Euro bestehend aus zwei Säulen. Eine davon beinhaltet wasserbauliche Maßnahmen, die die Mitglieder des Fördervereins vor allem in Eigenarbeit durchführen wollen.

Inhalt dieser Maßnahme ist die Abtragung des Beckenbodens um 10 Zentimeter und die Vergrößerung der Wasserfläche vor allem im Bereich des Rutschenhügels. Dabei soll auch die morsche Holzeinfassung des Hügels verschwinden. Wasserpflanzen sollen im Uferbereich zudem für eine verbesserte Wasserqualität sorgen.

Die zweite Säule wird im Rahmen eines von der Hochschule Magdeburg-Stendal betreuten Projektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt und setzt direkt an der biologischen Wasserqualität des Beckens an. Dabei sollen im Frühling insgesamt 6 000 Liter einer Nährlösung mit 80 ökologisch aktiven Mikroorganismen in das Wasser eingebracht werden. Wie Jörg Hübner, Beisitzer im Vorstand des Fördervereins, informierte, sollen die Organismen, darunter Hefe- und Milchsäurebakterien, das ökologische Gleichgewicht des Gewässers auf natürliche Weise wiederherstellen und zugleich entstehenden Faulschlamm auf dem Grund des Beckens abbauen.

Christian Paschke vom Gesundheitsamt des Landkreises, und Christiane Hoffmann, Dezernentin im Landesamt für Verbraucherschutz, brachten ihren Unmut über die späte Einbeziehung ihrer Ämter zum Ausdruck. Vor allem in Hinblick auf den Eintrag von Mikroorganismen äußerten sie Vorbehalte. Man müsse erst einmal prüfen, welche Organismen da genau eingebracht werden sollen und ob das Waldbad auch danach noch die Kriterien eines Badegewässers besitze, sagte Christiane Hoffmann. In Bayern gebe es bereits mehrere Bäder, die ihre Wasserqualität mit ähnlichen Methoden verbessern würden, wandte Esther Bertele vom beteiligten Planungsbüro Hortec ein.

Bei allen Bedenken: Die Zeit drängt zu raschem Handeln. Wolle man mit der biologischen Gewässersanierung rechtzeitig beginnen, müsse bereits Mitte April Wasser im dann bereits umgestalteten Becken sein, erklärte Esther Bertele. Die Untere Wasserschutzbehörde wird im Abstimmung mit dem Gesundheitsamt nun über die geplanten Maßnahmen entscheiden müssen. Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends bekräftigte gestern noch einmal den Willen der Stadt, das Waldbad öffnen zu wollen.

Von Alexander Walter

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