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Gardelegener und Kalbenser Rettungskräfte rückten 2011 zu 3 857 Einsätzen aus

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Gardelegen/Kalbe. Erst vor wenigen Wochen haben die Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe in Gardelegen ihre neue Rettungswache in Betrieb genommen. Mit aktuellen Zahlen legen die Lebensretter nun offen, welche Bedeutung ihre Arbeit für die Region hat.

Auf ihrem Rettungstransportwagen sind sie täglich für Notfallpatienten im Raum Gardelegen im Einsatz: Rettungssanitäter Sebastian Trautmann (l.) und Rettungsassistent Sebastian Schulz. Fotos: Walter

„Zu insgesamt 3 182 Einsätzen sind unsere Gardelegener Mitarbeiter im vergangenen Jahr gerufen worden“, berichtete Reinhard Doberenz, Regionalvorstand der Johanniter, gestern im Pressegespräch. Dabei hätten allein die vier Fahrzeuge der Gardelegener Wache mehr als 110 000 Kilometer zurückgelegt – eine Strecke, die genügt, um fast dreimal die Erde zu umrunden. Zähle man die Kalbenser Rettungswache hinzu, so erhöhe sich die Zahl der Einsätze noch einmal um 675 und die zurückgelegte Fahrtstrecke nehme um weitere knapp 39 000 Kilometer zu. Notfälle im internistischen Bereich, aber auch Unfälle gehörten dabei saisonal unterschiedlich verteilt zu den wichtigsten Einsatzgründen.

Insgesamt 16 Mitarbeiter am Standort Gardelegen und acht Beschäftigte in Kalbe sorgen dafür, dass Menschen in Not rechtzeitig Hilfe erhalten. Im Einsatz sind die Rettungskräfte dabei zwischen Brunau im Norden und Letzlingen im Süden sowie zwischen Uchtspringe im Osten und Miesterhorst im Westen.

Damit ihr Einsatz schnell und reibungslos erfolgen kann, stehen dem Personal in Gardelegen zwei Rettungstransportwagen (RTW), ein Notarztfahrzeug und ein Krankentransportwagen (KTW) zur Verfügung. In Kalbe können die Mitarbeiter für auf einen Rettungstransportwagen zurückgreifen.

Ausgestattet sind die Fahrzeuge jeweils mit einer ganzen Palette von Medikamenten, daneben außerdem mit Intubationsgeräten zur Beatmung und Defibrilatoren zur Reanimation von Notfallpatienten. Die Besatzung eines RTW bestehe im Einsatz aus mindestens zwei Kräften, von denen wenigstens einer Rettungsassistent und ein zweiter Rettungssanitäter sein müsse, so Doberenz weiter.

Egal, woher aus der Region ein Anruf auch kommt, „die Patienten haben im Notfall ein Recht darauf, dass wir innerhalb bestimmter Fristen bei ihnen sind“, informierte Reinhard Doberenz. Für den Einsatz von Rettungswagen gelte dabei, dass die Hilfe in 95 von 100 Fällen nach zwölf Minuten vor Ort sein sollte. Notärzte müssten in maximal zwanzig Minuten beim Patienten sein, so der Regionalvorstand. Die Entscheidung darüber, welches Fahrzeug wohin fahre und ob auch ein Notarztfahrzeug zum Einsatzort gerufen werden muss, fälle je nach Situation allein die Rettungleitstelle in Klötze, so Doberenz weiter. „Der Betroffene muss nur die Nummer 112 wählen.“

Nicht alle Fahrten der Johanniter sind allerdings auch Notfälle. So werde das Krankentransportfahrzeug (KTW) vor allem in Fällen eingesetzt, in denen Kranke unter der Betreuung von medizinischem Personal etwa in andere Einrichtungen verlegt werden müssten, erklärte der Regionalvorstand. Immerhin 465 der insgesamt 3182 Einsätze der Gardelegener Rettungswache seien im Jahr 2011 Fahrten des KTW-Fahrzeugs gewesen.

Ob nun Notfall oder nur Verlegungsfahrt – die Arbeit der Rettungsassistenten und -sanitäter in den beiden Rettungswachen in Gardelegen und Kalbe ist in jedem Fall ein echter Vollzeitjob. So sei in Gardelegen eines der beiden RTW täglich 24 Stunden einsatzbereit. Das zweite Fahrzeug sei immerhin zwölf Stunden am Tag abrufbar. Und auch das Kalbenser RTW stehe rund um die Uhr für Notfälle bereit, erklärte Doberenz.

Trotz aller Anstrengungen: Die Rettungskräfte in Gardelegen und Kalbe machen ihre Arbeit aus Überzeugung. Und nach der Sanierung des Gardelegener Standortes sind Ralf Bonatz, Verantwortlicher der Gardelegener Rettungswache, und Reinhard Doberenz nun auch mit den Arbeitsbedingungen an ihren Standorten sehr zufrieden. „Wir haben uns sehr gut in unserer neuen Wache eingerichtet“, berichtete Bonatz.

Gefunden haben die Rettungskräfte der Johanniter ihre Patienten bislang noch immer. Weder unterschiedliche Postleitzahlen noch doppelte Straßennamen hätten in der Vergangenheit verhindert, dass man die Patienten erreicht habe, berichteten die Mitarbeiter gestern. Eine Ausnahme bilde allerdings die Nummerierung der Häuser.

„Die Leute sollten unbedingt ihre Hausnummern kennzeichnen“, erklärte Reinhard Doberenz. Und soweit möglich, sollten sie außerdem vor die Tür kommen, ergänzte Ralf Bonatz. Langes Suchen nach der richtigen Hausnummer entfalle damit.

Von Alexander Walter

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