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„Hoffe, dass er in den Knast wandert“

Pferde verhungert, Ziegen verschwunden: PETA und Tierheim Ahlum suchen nach Hinweisen gegen Hanumer Tierquäler

„Hoffe, dass er in den Knast wandert“

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Ahlum. Seit einigen Tagen stehen die Telefone im Ahlumer Tierheim und bei der Vorstandsvorsitzenden des Allgemeinen Tierhilfsdienstes, Ursula Lohse, nicht mehr still.

© privat

Ein ehemaliger Tierheim-Mitarbeiter aus Hanum hat nicht nur Pferde verwahrlosen, sondern auch andere Tiere, um die er sich kümmern wollte, verschwinden lassen. Vermisst werden unter anderem drei Ziegenböcke (Foto), Schafe und Schweine.

Seitdem bekannt wurde, dass ein ehemaliger Tierheim-Mitarbeiter aus Hanum auf einem Hof in Lüdelsen ihm anvertraute Pferde verwahrlosen und verhungern ließ (wir berichteten), kommen immer mehr Details ans Tageslicht.

So werden neben den Pferden, die der Hanumer verwahrlosen, verhungern und zum Teil verschwinden ließ, weitere 15 Tiere vermisst. Bei der Räumung des Hofes durch die Polizei und das Veterinäramt Salzwedel Anfang Dezember hatten die Beamten lediglich eine Ziege und ein Kamerunschaf vorgefunden. Unter den vermissten Tieren sind auch drei Ziegenböcke, die Verena K., ehrenamtliches Mitglied des Münchener Tierschutzvereins, im Oktober vor dem Schlachthaus bewahrt und dem Hanumer anvertraut hatte. „Ich habe 200 Euro für Kastration und Unterbringung bezahlen müssen“, berichtet die engagierte Tierschützerin. Dass der Mann jemals einen Euro für die Ziegenböcke ausgegeben hat, ist mehr als fraglich. Denn die etwa sechs Monate alten Tiere mit beigem und braunem Fell sind spurlos verschwunden. Angeblich, so hatte der vermeintliche Tierschützer gegenüber Ursula Lohse behauptet, habe der Hofhund die Tiere totgebissen. „Das glaube ich nicht“, sagte die Vorstandsvorsitzende im Gespräche mit der AZ.

Denn im Falle der verschwundenen Pferde ist das Tierheim Ahlum bereits auf einer heißen Spur. „Kurz nach Weihnachten haben wir anscheinend zwei der Tiere wiederentdeckt – das eine steht in Dähre, das andere in Hanum. Nun müssen wir herausfinden, ob es sich tatsächlich um die vermissten Pferde handelt“, erklärte Ursula Lohse. Der Verdacht liege nahe, so die Tierheim-Chefin, dass der Hanumer die „durchaus wertvollen Tiere vertickt“ habe. Der Allgemeine Tierhilfsdienst ist daher auf der Suche nach Hinweisen über den Verbleib der restlichen Tiere, zu denen auch Schafe und Schweine gehören. „Wichtig sind vor allem belegbare Informationen“, erklärte Ursula Lohse. So habe der ehemalige Tierheim-Mitarbeiter offenbar auch eigenmächtig im Namen des Tierheimes Verträge abgeschlossen und Geld kassiert. „In mindestens zwei Fällen wurde erhaltenes Geld nicht abgerechnet“, hat die Vorstandsvorsitzende mittlerweile herausgefunden. Neben Anzeigen wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz liegen deshalb auch Anzeigen wegen Betrug und Unterschlagung gegen den Hanumer vor. „Ich hoffe, dass er in den Knast wandert“, zeigte sich Ursula Lohse erbost. Die Tierheim-Chefin kann immer noch nicht fassen, wie der Hanumer seine Umwelt derart täuschen konnte. „Ich würde ihn als perfekten Schauspieler bezeichnen“, so die Tierschützerin, die noch einmal betonte, dass der ehemalige Mitarbeiter in den allermeisten Fällen nicht im Auftrag der Tierheimes gehandelt habe. „Wir waren einfach zu leichtgläubig“, bedauert Ursula Lohse.

Von Matthias Mittank

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