„Es geht um berechtigte Ängste“

Zu dem Leserbrief „Das Nebeneinander gestalten“ (AZ vom 28. Dezember) von Axel Bürgener schreibt Heinz-Günter Waltje aus Bienenbüttel:.

Sehr verwundert habe ich mir die Frage gestellt, wie und warum schreibt ein Ostfriese einen Leserbrief in „unserer“ AZ zum Thema Wolf. Ich habe recherchiert und den Verfasser, Herrn Bürgener, angerufen und danach befragt. Herr Bürgener war bis zu seiner Pensionierung einer der ranghöchsten Generäle in der Bundeswehr und ist seit vielen Jahren im Umwelt- und Tierschutz engagiert. Er wohnt im Landkreis Friesland, in dem bisher keine Wölfe vorgekommen sind. Er ist als Wolfsberater für das Umweltministerium tätig.

Ich habe seine besonnene Schreibweise gelobt, um ihm dann deutlich zu sagen, dass wir in der Sache völlig unterschiedlicher Meinung sind. Seine Vorschläge zu den Maßnahmen, die unsere Nutztierhalter, unsere Tiere und Menschen vor den Wolfsübergriffen schützen sollen, sind unzureichend, wie man in Brockhimbergen gesehen hat. Die schrecklich brutalen Bilder mit den 23 toten Tieren gehen mir nicht aus dem Kopf. Auch wirtschaftlich und praktisch sind die Vorschläge nicht umzusetzen. Es sind Wiederholungen der auch vom Umweltministerium genannten Vorschläge. So werden unsere Weidetierhalter aussterben. Und dann? Wo wird der Wolf dann seinen Hunger und seine natürlichen Gelüste stillen?

Einen weiterer Punkt meiner Kritik geht an Herrn Bürgerer wegen seiner Forderung nach einem angemessenen Umgang mit dem Umweltminister Wenzel. Er fordert ein Mindestmaß an Anstand. Grundsätzlich bin ich für einen fairen und anständigen Umgang miteinander. Aber wenn der Minister selbst unanständig ist und nicht bei der Wahrheit bleibt, darf er sich über die Reaktionen nicht wundern. Sie sollten auch nicht von Krieg, Hass oder fehlender Sachkenntnis reden. Es geht um berechtigte Ängste aus beinahe täglichen Erfahrungen und Vorfällen mit dem Wolf.

Wenn ich den gesamten Artikel (es handelt sich um einen Leserbrief, Anmerk. d. Red.) bewerte, werde ich das Gefühl nicht los, dass Herr Bürgener gebeten wurde, diesen Leserbrief zu schreiben. Er hat sich, „seinem“ Ministerium, dem Minister und dem Wolf einen Bärendienst erwiesen.

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