Leserbrief zum Thema Einführung von Gesamt- beziehungsweise Oberschulen:
Die Einführung der Gesamtschule unter dem Neusprech-Begriff „Oberschule“ bedeutet, die Erkenntnisse der Bildungsforschung zum Fenster hinauszuwerfen: Die PISA-Vergleiche sehen die Schüler derjenigen Bundesländer an der Spitze, die keine Gesamtschulen haben; dafür haben die Bundesländer mit den meisten Gesamtschulen auch die meisten Problemschulen. Wissenschaftliche Studien (BIJU, LIFE, PISA-Auswertungen) zeigen einen massiven Leistungseinbruch der Schüler von Gesamtschulen im Vergleich etwa zu Realschülern; sie zeigen, dass undifferenzierte Lerngruppen langsamere Schüler überfordern und schnellere Schüler unterfordern; sie beweisen, dass die „integrative“ Beschulung keineswegs mehr Bildungsgerechtigkeit schafft. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit stark unterschiedlichem Lerntempo behindert nicht nur die Blitzmerker. Denn die überwiegend praktisch begabten Kinder, die in einer intakten Hauptschule unter sich sind, werden durch die tägliche Konfrontation mit den lerneifrigen Kameraden in ihren Selbstwertgefühl massiv geschädigt. Der Einfluss des Eltern-Status auf den Bildungserfolg der Kinder ist am größten in Berlin, Hamburg und Rumänien – und am geringsten in Bayern mit seinen intakten Hauptschulen. In Wahrheit sind es also die sogenannten integrativen – neuerdings: inklusiven – Konzepte, die ausgrenzen: Sie verweigern unseren Kindern die Schulen, die auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Rainer Pehlke,
Süttorf
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