Anders als noch vor einigen Jahren ist die Reproduktionsmedizin heute in der Lage, auch in vermeintlich aussichtslosen Fällen eine Schwangerschaft einzuleiten.
Frau P. erkundigt sich nach dem richtigen Zeitpunkt, zur Entbindung in die Klinik zu fahren.
Angela Rieser: Bei Frauen, deren Wohnsitz sich in größerer Distanz zum nächstgelegenen Geburts- oder Krankenhaus befindet, sollte die Frau bei Blasensprung, regelmäßigen Wehen, Blutungen oder Ängsten den Kontakt zur Hebamme bzw. zur Klinik herstellen.
Frau M. fragt: Wann kann ich zur Hebamme gehen?
Frau B. (29) berichtet von einer Testikulären Spermienextraktion (TESE) mit anschließender Intracytoplasmatischen Spermieneinjektion (ICSI). Dabei handelt es sich um eine Variante, bei der aus dem Hoden des Mannes Spermien gewonnen werden. Das ist insbesondere dann erforderlich, wenn im Samenerguss keine Spermien vorhanden sind. Die Patientin hat die ICSI in Oldenburg vornehmen lassen. Nach ihrer Aussage wurden zwei Injektionen in guter Qualität transferiert, eine Schwangerschaft ist aber nicht eingetreten. Nun fragt sie, ob es sich lohnt, einen erneuten Versuch zu unternehmen.
Dr. Drost: Ich habe Frau R. darüber aufgeklärt, dass es sich bei diesen Infektionen nicht nur um ein gynäkologisches Problem handeln muss. Zur Diagnosestellung sollte im vorliegenden Fall der Hausarzt einbezogen werden, darüber hinaus auch ein Internist. Anschließend sollte sie eine weitere ICSI-Behandlung beginnen.
Herr S. berichtet von mehrfachen Fehlgeburten seiner Frau. Eine ICSI habe bei ihr zwar zu einer Schwangerschaft geführt. Das Kind sei jedoch zu früh auf die Welt gekommen, Hirnblutungen erlitten und sei schließlich verstorben. Nun fragt Herr S., ob sich ein erneuter Versuch mit der ICSI-Methode lohnt.
Dr. Drost: Hier kommt es natürlich entscheidend auf die psychische Situation des Paares an: Die von Herrn S. beschriebenen schweren Schicksalsschläge gilt es erst einmal zu verarbeiten. Bevor ein erneuter ICSI-Versuch erfolgt, muss die Patientin psychische Stabilität wiedererlangen.
Lesen Sie hier Teil 2 der Fragen und Antworten zum Kinderwunsch.


© HusmannAngela Rieser informiert über die Tätigkeiten einer Hebamme.
© HusmannBesonders gefragt war am Donnerstagabend Dr. Olaf Drost, Experte für Reproduktionsmedizin.
