Brüssel ist "Oper des Jahres"

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Das Königliche Opernhaus La Monnaie in Brüssel

Berlin - Erstmals geht der Titel “Opernhaus des Jahres“ an eine Bühne außerhalb des deutschsprachigen Raums. Großer Sieger aus Deutschland ist die Oper Frankfurt.

Das “Opernhaus des Jahres“ steht in Brüssel. Mit dem Théâtre Royal de la Monnaie ist erstmals eine Bühne außerhalb des deutschen Sprachraums Sieger der traditionellen Kritikerumfrage der Zeitschrift “Opernwelt“. Gleich dreifacher Gewinner ist die Oper Frankfurt: Sie belegt den zweiten Platz und ist damit das wichtigste Opernhaus in Deutschland.

Zum dritten Mal in Folge sind die Musiker der Frankfurter Oper das “Orchester des Jahres“. Ebenfalls in Frankfurt engagiert ist der “Sänger des Jahres“: der Bariton Johannes Martin Kränzle. “Regisseur des Jahres“ ist Achim Freyer. Zum besten Dirigenten wurde Mariss Jansons gewählt. Der “Chor des Jahres“ gehört zur Staatsoper Stuttgart.

Der Erfolg des Brüsseler Opernhauses gehe vor allem auf Intendant Peter de Caluwe zurück: “Ein Mann mit klaren Überzeugungen und langem Atem, der lieber im Hintergrund agiert, mit Künstlern und Mitarbeitern diskutiert, statt sich vor laufender Kamera zu produzieren“, teilte die Fachzeitschrift “Opernwelt“ am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin mit. Das Blatt hat für die Opern-Hitliste 50 Kritiker aus dem In- und Ausland befragt.

Die Brüsseler Produktion von Giacomo Meyerbeers “Die Hugenotten“ (Dirigent: Marc Minkowski, Regisseur: Olivier Py) wurde “Aufführung des Jahres“. Die “Nachwuchssängerin des Jahres“, die 21-jährige Russin Julia Lezhneva, singt in der Inszenierung den Pagen. Zum vielfältigen Spielplan von Caluwes Bühne gehörten auch Janáceks “Katja Kabanova“ in der Regie von Andrea Breth und die Uraufführung von Toshio Hosokawas “Matsukaze“, choreographiert von Sasha Waltz.

Der “Sänger des Jahres“, Johannes Martin Kränzle, wurde unter anderem für seine “überragende Leistung“ in der Uraufführung von Wolfgang Rihms “Dionysos“ bei den Salzburger Festspielen gewählt. Das durch Nietzsche-Texte inspirierte Stück ist auch die “Uraufführung des Jahres“ (Dirigent: Ingo Metzmacher, Regie: Pierre Audi).

“Wiederentdeckung des Jahres“ ist Mieczyslaw Weinbergs Auschwitz-Oper “Die Passagierin“ über den Mord an den europäischen Juden. Das Werk des über Jahrzehnte vergessenen polnisch-russischen Komponisten erlebte bei den Bregenzer Festspielen in der Regie von Intendant David Pountney seine szenische Uraufführung.

Der Lette Mariss Jansons, der nur selten in der Oper dirigiert, wurde von den Kritikern für seine Amsterdamer Neuproduktion von Tschaikowskys “Eugen Onegin“ zum Besten seines Fachs gewählt. Achim Freyer wurde für seine Interpretation von Schönbergs “Moses und Aron“ an der Oper Zürich mit der Auszeichnung “Regisseur des Jahres“ geehrt.

Für seine Ratten und weitere Kostüme für Hans Neuenfels' Bayreuther “Lohengrin“-Inszenierung wurde Reinhard von Thannen “Kostümbildner des Jahres“. “Bühnenbildner des Jahres“ ist Martin Zehetgruber mit seinem “Rusalka“-Raum an der Bayerischen Staatsoper und der beklemmenden “Wozzeck“-Kaserne an der Berliner Staatsoper.

dpa

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