ARD will aus Wahlkampf keine TV-Show machen

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Er leitet das ARD-Hauptstadtstudio: Ulrich Deppendorf.

Berlin - Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin, setzt im Wahlkampf nicht auf Unterhaltung oder Showelemente.

„Wir machen eben keine Showveranstaltung, sondern wir bieten mit den ARD-Sommerinterviews auch im Wahlsommer jeweils 18 Minuten konsequente Befragung unter sechs Augen“, sagte der 63-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf die Konkurrenz. RTL tischt zum Beispiel die Reihe „Dinner mit...“ auf, in der mit den Kandidaten in Küchenatmosphäre gesprochen wird.

Auch wenn Deppendorf am großen TV-Duell mit den Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) am 1. September selbst nicht beteiligt ist: Eine Mitwirkung von ProSieben-Entertainer Stefan Raab neben Anne Will (ARD), Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL) findet er befremdlich: „Selbst in den USA, dem Land des Unterhaltungsfernsehens, wäre niemand auf eine solche Idee gekommen“, sagte Deppendorf. Das Duell wird auf allen vier Sendern gleichzeitig ausgestrahlt.

Den Anfang der ARD-Sommerinterviews macht an diesem Sonntag (18.30 Uhr) Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), es folgen an den Sonntagen darauf Rainer Brüderle (FDP), Angela Merkel (CDU), Ulrich Grillo (Bundesverband der Deutschen Industrie), Michael Sommer (Deutscher Gewerkschaftsbund), Horst Seehofer (CSU), Gregor Gysi (Die Linke) und Peer Steinbrück (SPD).

dpa

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