Menschen feiern, Tiere leiden

Tierschutz Isenhagener Land rät: Hund, Katze und Co. richtig auf Silvester vorbereiten

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Während wir Menschen den Jahreswechsel lautstark mit Knallern und Böllern feiern, bedeutet diese Tradition für die Tiere eine Qual. Sie reagieren sehr sensibel auf diese Geräusche.

Isenhagener Land. Viele begrüßen das neue Jahr mit einem Feuerwerk. „Doch was für Menschen schön anzusehen ist, kann für Tiere schnell zur Qual werden.

Raketen und laute Knallkörper lösen Angst aus und können zu Verletzungen führen“, weiß Petra Paeger vom Tierschutz Isenhagener Land. Deshalb sei es wichtig, zum Jahreswechsel besonders Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. Folgende Tipps helfen, damit die Tiere das neue Jahr möglichst entspannt beginnen. „Unsere erste Empfehlung: Verzichten Sie aus Tier- und Umweltschutzgründen auf sinnlose Knallerei“, appelliert Paeger.

Für viele Menschen bedeutet das jährliche Feuerwerk Spaß, für Tiere dagegen Stress. Paeger weiß: „Der Krach ist besonders für Hunde und Katzen belastend, da sie ein wesentlich feineres Gehör haben als Menschen. Bei vielen Vierbeinern löst die Knallerei sogar Panik aus. Tierhalter sollten sich daher besonders intensiv um ihre geliebten Vierbeiner kümmern.“

Bereits einige Tage vor Silvester können entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. So sollten Hunde in bewohnten Gebieten nur noch angeleint ausgeführt werden, denn verfrühte Kracher könnten sie in panischem Schrecken davonlaufen lassen. Am Silvesterabend selbst sollten Türen und Fenster geschlossen sein, gegebenenfalls können auch Rollos heruntergelassen werden, um den Lärm ein wenig zu dämpfen. Idealerweise sollte Hunden, Katzen, Vögeln, Meerschweinchen und anderen Kleintieren ein ruhiger Platz in einem Raum geschaffen werden, der nicht direkt zur Straßenseite liegt. Vogel- und Kleintierkäfige sollten dabei weit vom Fenster entfernt stehen und zusätzlich durch ein großes Tuch abgedeckt werden.

Beruhigungspillen, so die Tierschützerin, sollten ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt verabreicht werden und nur dann, wenn bekannt ist, dass das Tier extrem ängstlich auf laute Geräusche reagiert. Meist würde es schon reichen, wenn eine vertraute Bezugsperson an einem solchen Abend bei den Tieren bleibt und ihnen als „Rudelführer“ durch einen bewusst ruhigen und entspannten Umgang Sicherheit vermittelt. Hilfreich kann es sein, gewohnte Spielrituale bei Hund und Katze zu nutzen, um die die Haustiere abzulenken und die vermeintliche Stresssituation in eine entspannte Atmosphäre zu verwandeln.

Die scheuen Wildtiere in Wald und Flur reagieren besonders sensibel auf laute Geräusche. Deshalb appelliert der Deutsche Tierschutzbund, keine Feuerwerke am Waldrand, auf Waldlichtungen oder in Parkanlagen zu zünden. Auch bei Pferden und Rindern, die auf Weiden gehalten werden, besteht die Gefahr, dass sie in Panik geraten und ausbrechen. Allen, die nicht auf jegliches Feuerwerk verzichten wollen, rät Reiner Sudbrack, Geschäftsführer des Tierschutzes Isenhagener Land, auf das Angebot an bunten und leuchtenden Raketen, die keinen Krach machen, zurückzugreifen.

Wer Fragen zu diesem Thema hat, erreicht den Tierschutz Isenhagener Land werktags von 15 bis 18 Uhr unter der Nummer (05831) 2000.

Von Carola Hussak

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