Abwärtstrend oder Schwarzmalerei?

IHK-Konjunkturumfrage: Lokaler Handel widerspricht negativen Erwartungen

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Laut einer IHK-Umfrage erwarten der Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmer ein schweres Jahr.

Isenhagener Land. Die regionale Wirtschaft ist mit den laufenden Geschäften zufrieden. Die Prognosen für das neue Jahr fallen jedoch deutlich zurückhaltender aus als im dritten Quartal 2015.

Branchenübergreifend fiel der Konjunkturindex, der sich aus den Bewertungen der Unternehmen der Geschäftslage im letzten Jahresdrittel 2015 und den Erwartungen an die kommenden zwölf Monate zusammensetzt, von 121 auf 115 Punkte. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, an der sich mehr als 270 Betriebe beteiligt haben.

Die wichtigste Nachricht sei, dass die regionale Wirtschaft weiterhin läuft. Mittlerweile wirken sich die globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten aber auf die Prognosen der Unternehmen aus, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.

Während Industrie, Baugewerbe und der Großhandel zu den Gewinnern des letzten Quartals 2015 zählen und eher positiv in die Zukunft blicken, seien laut IHK besonders der Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe eher negativ gestimmt. Weltpolitische Unsicherheiten und die Flüchtlingssituation sorgen trotz der guten Arbeitsmarktsituation für Verunsicherung bei den Verbrauchern. Zu spüren bekommt dies besonders der Einzelhandel. Die Erwartungen an 2016 sind deutlich zurückgegangen. Mit 110 Punkten fiel der Indexwert um 19 Punkte. Der Indexwert des Dienstleistungsgewerbes ging massiv von 131 auf 102 Punkte zurück.

Im Isenhagener Land hingegen zeigen sich die Gewerbetreibenden deutlich optimistischer.

„Ich sehe die Entwicklung sehr positiv, alle Konjunkturdaten sind gut, das Einkommen ist gestiegen“, sagt etwa Arnd Meyer jun., Chef von Möbelmeyer und Vorsitzender des Hankensbütteler Gewerbevereins. Allen „Unkenrufen“ zum Trotz, was die weltpolitische Lage angeht, blickt er positiv in die Zukunft. Denn er geht nicht davon aus, dass sich ein bloßes „Stimmungsbild“ im Kaufverhalten niederschlägt. Zudem sei Deutschland so gut wie kein anderes Land der Welt durch die Krisen gekommen. Auch das letzte Quartal 2015 sei, seinen Informationen nach, für die Gewerbevereinsmitglieder in Hankensbüttel gut gelaufen.

Auch in Wittingen erfahren die schlechten Prognosen aus der IHK-Umfrage nur bedingt Bestätigung. „Was den Markt angeht, bin ich in Gedanken noch positiv gestimmt“, sagt Matthias Rönneberg, Inhaber von EP: Rönneberg und zweiter Vorsitzender des HGV Wittingen. Das letzte Quartal 2015 sei zufriedenstellend gelaufen, auch wenn es – nach dem großen Schwung zur Jahresmitte – keinen Anlass zu Euphorie gegeben habe.

Die Flüchtlingskrise, die unsichere weltpolitische Lage und vor allem die VW-Krise könnten aus seiner Sicht zwar zu einem harten Jahr mit Kaufzurückhaltung und ohne großes Wachstum führen, Sorgen mache er sich jedoch nicht. Auch die letzte HGV-Versammlung sei von Optimismus und nicht etwa Angst geprägt gewesen: „Wir planen positiv voraus.“

Von Steffen Schmidt

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