Stadtplanerin wünscht sich höhere Übertragungsraten für Wesendorf

Schneller surfen im Internet

Das Internet in Wesendorf ist noch zu langsam. Beim Breitbandausbau muss die Gemeinde nachlegen. Foto: dpa

Wesendorf. Wer in der Gemeinde Wesendorf im Internet unterwegs ist, surft mit einer Grundleistung von 2 Mbit. Das entspricht genau den Wünschen des Landes Niedersachsen. Doch jeder weiß: es geht noch schneller.

Das Internet bietet immer mehr an technischen Möglichkeiten, was höhere Übertragungsraten bedarf. Zufriedenstellend wären Leistungen zwischen 16 und 50 Mbit, meint Stadtplanerin Frauke Schwerdt.

Ihr Planungsbüro in Braunschweig hat den Gemeindeentwicklungsplan für die Gemeinde Wesendorf aufgestellt und beobachtet, was sich in den letzten zehn Jahren in der Kommune getan hat. „Die Internetversorgung ist immer noch defizitär“, lautet Schwerdts Fazit. Und das obwohl die Breitbandversorgung ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor des Ortes sei. „Hierin liegen die Zukunftschancen für Gemeinden im ländlichen Raum.“ Daran müsse noch gearbeitet werden, fordert Schwerdt. Das meinte auch Jürgen Hildebrandt aus Wesendorf, der kürzlich bei der Einwohnerversammlung im Wesendorfer Schützenhaus die Präsentation des Gemeindeentwicklungskonzeptes verfolgte. „Unser großes Gewerbegebiet Hammersteinpark ist mit Sicherheit ganz groß daran interessiert, dass dort eine vernünftige Internetverbindung vorliegt, um all die Herausforderungen für die multimedialen Entwicklungen Rechnung zu tragen“, meinte Hildebrandt.

Ein Wunsch, der nicht ganz preiswert ist. Denn der Breitbandausbau kostet Geld. Zum Glück gibt es eine ganze Bandbreite an Fördermöglichkeiten. Eine davon ist die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW/GA) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Diese Maßnahme hat zum Ziel, die Wirtschaft in strukturschwachen Regionen zu fördern. Sie unterstützt aber nur Gebiete, die unzureichend versorgt sind, das heißt wenn nicht mindestens 2Mbit verfügbar sind. Wesendorf geht danach leer aus – und das obwohl nach dem Breitbandatlas des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen, zum Beispiel in Hasenberg und Westerholz eine Übertragungsrate von weniger als 2 Mbit vorliegt. „Es gibt also noch genug weiße Flecken“, sagt Jens Wurthmann vom Landkreis Gifhorn, der für Regionalentwicklung zuständig ist. Und für diese Regionen hat der Landkreis einen Förderantrag gestellt. „Es ist ein knallharter Kampf“, sagt Wurthmann. Und dieser geht nicht immer siegreich aus. „Dreiviertel der Anträge sind in den letzten Jahren leer ausgegangen und so wird es auch in diesem Jahr wahrscheinlich sein. “

Bei der ganzen Diskussion dürfe nicht vergessen werden, dass die großen Telekommunikationsanbieter die technische Infrastruktur für schnelles Internet bereitstellen müssen. „Ihnen gehören die in der Erde verlegten Leitungen beziehungsweise die auf Funktechnik basierenden Masten. Keine einzige Kommune ist Anbieter von Kommunikationsleistungen“, sagt René Weber von der Samtgemeinde Wesendorf.

Von Volker Althoff

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