Bürgermeister Borchert hofft auf Förderung durch das Projekt Dorfregion

Bromer Ortsmitte großes Thema

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Fährt oder geht man durch die Hauptstraße in Brome wird deutlich, wie sanierungsbedürftig der Ortskern ist.

Brome. „Ich wünsche mir Harmonie im Gemeinderat, wie sie in Bergfeld oder Ehra-Lessien gelebt wird“, überlegt Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert. Doch dann fällt ihm auf IK-Anfrage noch ein größerer Wunsch ein: „Dass das Gemeindebüro wieder komplett besetzt ist.

Was bis vor kurzem zwei Personen erledigt haben, lastet nun auf den Schultern von einer. “ Unterstützung soll es in Kürze von einer Gemeindemitarbeiterin aus Parsau geben.

Bürgermeister Gerhard Borchert

Die Dorferneuerung in Benitz/Wiswedel wurde in 2016 abgeschlossen und der Fuß- und Radweg an der Steimker Straße Richtung Sportplatz freigegeben. „Die positive Resonanz aus der Bevölkerung freut mich“, sagt Borchert. Ganz oben auf der Wunschliste für 2017 steht das geplante Baugebiet Mittelfeld. Der Planer ist verstorben und so konnte der finale Beschluss im Gemeinderat noch nicht gefasst werden. Borchert: „Seit fast drei Jahren sind wir in den Beratungen, was das neue Baugebiet betrifft. Ich selbst musste mich raushalten, da ich mit Flächen betroffen bin. Wir hatten sogar im Haushalt 2016 den Verkauf von ersten Grundstücken eingeplant und nun warten wir weiter darauf, dass es losgehen kann. Wir befinden uns immer noch in der Startphase.“

Die Wasserqualität der Ohreseen steht in diesem Jahr zur Diskussion. Zwei Jahre konnte die Gemeinde ein Programm in Anspruch nehmen, bei dem die Ohreseen mit Ultraschall bearbeitet werden. „In Kürze gibt es einen Gesprächstermin mit dem Hersteller. Wir müssen klären, was der Erwerb eines solchen Gerätes kostet und wie viel eine Kernsanierung der Seen“, informiert der Bürgermeister.

Gleiches gilt für die Sanierung der Wege. Laut Borchert gibt es keine Förderung für den klassischen Wegebau, wohl aber, wenn naturschutzrechtliche Vorgaben gegeben seien. Mit Blick auf die Ohreseen und deren Erholungswert sei das kein Problem. Aber dafür müsse man auch eine Zuwegung schaffen.

Außerdem hofft Borchert, dass der Flecken in das Programm Dorfregion mit hineinrutscht. „Betrachtet man das Biosphärenreservat, den Naturschutz Bromer Wald, die Bromer Burg, das Freibad und die Ohreseen, wo sich Otter und Biber angesiedelt haben, als Ganzes, haben wir eigentlich gute Chancen.“

Als massives Thema beschreibt der Rathauschef die Sanierung des Bromer Ortskerns. Auch hier liege ein Vorentwurf vor, wie Dinge umgesetzt werden können. Die strukturellen Diskussionen könnten laut Borchert beginnen – mit Blick auf die Bedeutung für die Dorfregion und auch für individuelle Hauseigentümer. Allerdings müssen man sehen, ob der Bürger überhaupt sanieren möchte, zwingen könne man ihn nicht.

Der Sanierungsbedarf wird deutlich, wenn man in Brome die Hauptstraße entlang geht. Bei einem Gebäude musste die Außenfassade bereits abgestützt werden. Nun, so der Bürgermeister, sei auf dem hinteren Gelände ein Teil der Scheune zusammengebrochen, was wiederum ein Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen habe. Ein Teil des Bauschuttes liegt in der Ohre. „Das Absichern zur Straße schützt den Durchgangsverkehr, aber was wäre passiert, wenn im Sommer Kinder an der Ohre gespielt hätten? Die Verkehrssicherung muss hergestellt werden“, ist Borchert überzeugt – und zwar kurzfristig. Er sehe den Kreis und die Gemeinde gemeinsam in Pflicht, eine Lösung zu finden.

Es gibt einige wesentliche Dinge, die in der Gemeinde in diesem Jahr angeschoben werden, aber nicht alle sind umsetzbar. „Ich kann Bürger verstehen, die keine Diskussionen, sondern Ergebnisse sehen wollen“, weiß Borchert.

Von Carola Hussak

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