Vater soll Sohn (2) an Wand geworfen haben

Köln - Ein 29-jähriger Familienvater muss sich seit Montag wegen des gewaltsamen Todes seines zweijährigen Sohnes vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Weil der kleine Junge nicht essen wollte, soll der Mann ihn im Januar mit dem Kopf gegen die Wand geworfen haben. Das Kind starb trotz sofortiger Notoperation im Krankenhaus. Die Anklage lautet auf Mord und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Der eigentlich für vergangenen Freitag geplante Prozessauftakt war wegen eines Schwächeanfalls des 29-Jährigen im Gerichtssaal geplatzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Familienvater vor, den Zweijährigen bereits zuvor misshandelt haben. So soll er seinen Sohn im Dezember schon einmal mit dem Kopf gegen die Wand geworfen haben. Dabei sei es zu einem unentdeckt gebliebenen Schädelbruch gekommen. Nach dem zweiten Vorfall im Januar verstarb der kleine Junge dann an den Folgen seiner erneut massiven Kopfverletzungen.

Familie war Behörden bereits bekannt

Nach früheren Angaben der Stadt Köln war die Familie den Behörden bereits bekannt. Im Dezember wurde demnach der Allgemeine Soziale Dienst über Anzeichen informiert, nach denen die Mutter von insgesamt sechs Kinder überfordert war. Eine Sozialarbeiterin des Jugendamtes besuchte der Mitteilung zufolge die Frau, die aber eine weitergehende Hilfe ablehnte. Es sei keine Gefährdung der Kinder erkennbar gewesen. “Dem Amt für Kinder, Jugend und Familie lagen zu keinem Zeitpunkt Meldungen oder eigene Erkenntnisse vor, die auf Gewaltanwendungen der Eltern auf eines ihrer Kinder hingewiesen hätten“, teilte die Stadt im Januar mit. Für den Prozess sind insgesamt 16 Verhandlungstage vorgesehen. Eine Urteil ist nicht vor Ende Oktober zu erwarten.

ap

Rubriklistenbild: © Hag

Kommentare