Attacke nach Konzertbesuch

Totgeprügelter Niklas (17): Anklage gegen Schläger erhoben

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An der Stelle, an der Niklas P- im Mai 2016 attackiert wurde, stehen Blumen und ein Kreuz.

Bonn - Der Tod von Niklas (17) sorgte im Mai bundesweit für Sprachlosigkeit: Er war nach einem Konzertbesuch zusammengeschlagen worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Rund fünf Monate nach dem Tod des in Bonn verprügelten Niklas hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßlichen Täter erhoben. Dem 20 Jahre alten Hauptbeschuldigten werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, berichtete der Kölner „Express“. Die Staatsanwaltschaft nannte noch keine Details. Die beiden Angeklagten befänden sich in Untersuchungshaft, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Donnerstag.

Niklas starb nach der Schlägerei im Krankenhaus

Niklas war am 7. Mai angegriffen worden. Der 17 Jahre alte Schüler war mit Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert, als die Gruppe im Stadtteil Bad Godesberg auf eine andere Gruppe junger Männer traf. Es entwickelte sich erst ein Streit mit Worten, kurz darauf kam es den Ermittlern zufolge zu einem Handgemenge. Niklas wurde geschlagen, und als er auf dem Boden lag, folgte ein Tritt gegen den Kopf. Wenige Tage später starb er im Krankenhaus.

Die Tat erregte bundesweit Aufsehen. Im ehemaligen Diplomatenviertel Bad Godesberg entbrannte eine Diskussion über Gewalt auf der Straße, auch in der Landespolitik wurde über Konsequenzen diskutiert. Die Aufklärung der Tat stellte sich allerdings als schwierig heraus. Die Polizei nahm den Hauptverdächtigen zehn Tage später fest. Von Anfang an bestritt er die Vorwürfe. Die Ermittlungen nach einem möglicherweise beteiligten dritten Täter dauerten an, sagte der Staatsanwalt.

Kopfstoß war wohl nicht die Todesursache

Die Ermittler gehen nach einem medizinischen Befund nicht mehr davon aus, dass der Tritt gegen den Kopf von Niklas die Todesursache war. Ein Gutachten habe ergeben, dass Gefäße im Gehirn vorgeschädigt gewesen seien. Demnach starb Niklas, weil eine Ader im Kopf riss.

Angesichts des Gutachtens hatte die Staatsanwaltschaft daher bereits erklärt, dass man nicht sicher sagen könne, „dass der Verdächtige mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt“ habe.

dpa

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