4,4 Tonnen Kokain: Fahnder zerschlagen Dealerring

Bonn - In Bonn wurde ein international agierender Drogenhändlerring zerschlagen. Die Dealer besorgten rund 4,4 Tonnen Kokain aus Südamerika und lieferten in großem Stil auch Ecstasy.

Bereits im Mai 2009 seien ein 57-jähriger Mann aus dem Rhein-Sieg-Kreis und zwei Letten verhaftet worden, berichtete die Bonner Polizei am Mittwoch.

Vorausgegangen seien weltweite Ermittlungen, an denen Europol und die Sicherheitsbehörden aus 15 Nationen beteiligt gewesen seien. Der Prozess gegen den 57-Jährigen und die beiden lettischen Staatsbürger soll Ende April vor dem Bonner Landgericht beginnen.

Ihnen wird vorgeworfen, in den vergangenen Jahren vom Rheinland und von Riga aus einen international operierenden Drogenhandel organisiert zu haben. Der 57-Jährige soll als Kapitän über eine Segeljacht verfügt haben. Das Boot soll 2007 bei der Lieferung von 1,2 Tonnen Kokain von Südamerika nach Spanien eingesetzt worden sein. Von dort aus sollen Kuriere die Drogen nach Belgien, in die Niederlande und nach Lettland gebracht haben. Bei einer anderen Transaktion wurden im Februar 2008 von Frankreichs Küstenwache rund 3,2 Tonnen Kokain sichergestellt.

In einem weiteren Fall sollte Kokain aus Ecuador in einer Tarnladung Melasse auf dem Seeweg nach Europa gebracht werden. Dabei sollte das Kokain in der Melasse aufgelöst und nach dem Transport in europäischen Labors wieder zurück gewonnen werden. Mehrere Tatverdächtige wurden im Mai 2009 in Ecuador festgenommen, rund 600 mit Melasse gefüllte Plastikkanister sichergestellt. Der Kokainanteil betrug mehr als 1,2 Tonnen.

Im August 2008 wurde in Frankfurt/Main ein Kurier mit 15 Kilogramm Ecstasy-Pillen festgenommen, der ebenfalls von den lettischen Tätern eingesetzt worden sein soll. Er berichtete über Drogentransporte zwischen 2006 und 2008 von den Niederlanden über Deutschland, Polen und Litauen nach Lettland. Etwa 750 000 Ecstasy-Pillen seien ins Baltikum geliefert worden.

dpa

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