Prozessbeginn

Todesfahrt vor Disco: Absicht oder Unfall?

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Beamte der Spurensicherung untersuchen am 05.04.2015 den Tatort auf einem Fußweg vor der Diskothek "Arena" in Ihlpohl bei Ritterhude.

Verden - Weil er aus Wut über eine abfällige Äußerung einen 21-Jährigen absichtlich überfahren haben soll, steht ein Mann aus Bremen wegen Mordes vor Gericht. Er stellt jedoch den Vorfall ganz anders dar.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige sein Opfer nach einem Discobesuch mit hohem Tempo von hinten überfuhr. Der Angeklagte bestreitet das. Er habe den 21-Jährigen nicht töten wollen, gab der Mann in einer Erklärung an, die sein Verteidiger am Mittwoch vor dem Landgericht Verden vortrug. Er sei zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen und leide zudem unter einer Sehschwäche.

Der Fall geschah im April im niedersächsischen Ritterhude. Der Angeklagte stoppte nach Angaben der Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einem Bekannten an einer Tankstelle, um zu telefonieren. Das spätere Opfer sei mit einem Begleiter vorbeigekommen und habe das laute Telefonat kommentiert. Wütend über den Vorfall habe der 24-Jährige sein Auto auf den Gehweg gesteuert, beschleunigt und das Opfer überfahren. Danach flüchtete er.

Der Angeklagte erklärte hingegen, er habe keine beleidigende Äußerung gehört und sei nicht verärgert gewesen. Als er auf dem Gehweg fuhr, habe er nur schemenhaft Hindernisse wahrgenommen - dass er einen Menschen überfahren hatte, sei ihm nicht bewusst gewesen. Das Landgericht Verden setzte Verhandlungstage bis November an.

dpa

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