Tierschützer muss in Japan vor Gericht

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Peter Bethune drohen drei Jahre Haft in Japan.

Adelaide - Das Entern eines japanischen Walfangschiffes hat für einen neuseeländischen Tierschützer ein juristisches Nachspiel. Ihm drohen drei Jahre Haft in Japan.

Peter Bethune werde wegen seines unbefugten Vordringens auf die “Shonan Maru 2“ in Tokio vor Gericht gestellt, teilte der Sprecher des japanischen Fischereiministeriums, Osamu Ishikawa, am Dienstag mit. Nach japanischem Recht drohen dem Aktivisten der Sea Shepherd Conservation Society drei Jahre Haft sowie eine Geldstrafe bis zu 100.000 Yen (817 Euro). Ishikawa zufolge wird zurzeit noch darüber beraten, wie Bethune am besten nach Japan gebracht werden könnte. Er könnte auf der “Shonan Maru 2“ bleiben, die allerdings noch mehrere Wochen lang in der Antarktis verweilen wird. Oder er könnte in einem Hafen von Bord gebracht und nach Tokio ausgeflogen werden.

Walfangflotte hält Tierschützer fest

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Vorerst wurde Bethune auf dem Walfangschiff in einem Einzelzimmer festgehalten und nach Ministeriumsangaben rund um die Uhr bewacht. Der Tierschützer war am Montag von einem Jet-Ski aufs Deck des Walfängers gesprungen, um Entschädigung für die Zerstörung eines Bootes von Sea Shepherd zu fordern. Die “Ady Gil“ war nach einer Kollision mit der “Shonan Maru 2“ Anfang Januar gesunken. Laut dem Japanischen Institut für Walforschung, das den Walfang unterstützt, benutzte Bethune bei seiner Aktion ein Messer, um das Sicherheitsnetz des Schiffes zu zerschneiden. Dieses habe er nach eigenen Angaben dann ins Meer geworfen.

Neuseeland kontaktiert japanischen Botschafter

Ein Sprecher der Walfangflotte sagte im australischen Rundfunk, Bethune habe sich wie ein Pirat verhalten: “Nach dem Seerecht ist es ein Verbrechen, ein in einem anderen Land registriertes Schiff illegal zu betreten.“ Der neuseeländische Außenminister Murray McCully sprach mit dem japanischen Botschafter in Wellington über das Schicksal Bethunes. Die neuseeländische Regierung werde sich bemühen, dem Tierschützer zu helfen, sagte McCully.

Die Tierschutzorganisation Sea Shepherd versucht seit Jahren, die japanische Walfangflotte mit Schnellbooten zu behindern. Die Flotte jagt nach Darstellung der japanischen Regierung Wale zu Forschungszwecken, was im Gegensatz zum kommerziellen Walfang erlaubt ist. Das Fleisch der gefangenen Tiere wird aber auch zum Verzehr vermarktet.

DAPD

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