Terror-Webseite aus Frankfurt abgeschaltet

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Auf der Webseite waren Propagandavideos für den Heiligen Krieg zu sehen

Frankfurt/Main - Eine Internetseite mit Propaganda für den Heiligen Krieg und Beziehungen zu Terrornetzwerken - betrieben von Frankfurt aus - ist vom Provider abgeschaltet worden. Die Seiteninhalte waren martialisch.

Ein entsprechender Bericht der “Frankfurter Rundschau“ wurde am Donnerstag von den Sicherheitsbehörden bestätigt. Ein Sprecher des Bundeskriminalamts in Wiesbaden sagte auf dapd-Anfrage: “Wir kennen die Seite.“ Die Prüfung dauere noch Der Sprecher des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, Martin Heinemann bestätigte, die staatlichen Stellen seien informiert.

Die Seite habe mutmaßlich dschihadistische Propagandawirkung entfaltet. Betrieben wurde sie nach dem Zeitungsbericht von der “Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU), zu deren weiterem Umfeld auch sie terroristische Sauerland-Gruppe gezählt wurde.

Der in Frankfurt ansässige Internet-Provider habe die Website am Mittwoch vom Netz genommen, nachdem er vom “Kölner Stadt-Anzeiger“ auf die dort zugänglichen Terrorfilme aufmerksam gemacht worden sei. Die Zeitung zitiert den Geschäftsführer des Providers mit den Worten, es sei technisch unmöglich, alle Inhalte zu überwachen.

Wie es heißt, konnten Videos sowohl mit Hasspredigten als auch Kampfhandlungen und sogar “Hinrichtungen“ Abtrünniger von der Seite heruntergeladen werden. Wahrscheinlich sei das Material mit den Datenpaketen auf mobilen Speichergeräten nach Deutschland gebracht worden.

Wer Zugriffsrechte auf den Server hatte, habe die Dateien dann offenbar mühelos hochladen können. Die Sicherheitsbehörden hatten die Website dem Bericht zufolge schon seit längerem im Visier. Viele angebliche Mudschaheddin hätten sich auf der Homepage unverhüllt gezeigt.

Es seien Hunderte von Videos über Kampfhandlungen von “Gotteskriegern“ sowie Anwerbefilme für den Heiligen Krieg in deutscher Sprache zum Herunterladen angeboten worden. Zur IBU als Betreiber der Seite wird auch die “Islamische Dschihad Union“ gerechnet, zu der die terroristische Sauerland-Gruppe gehörte.

Laut hessischem Verfassungsschutz wurde die IBU wahrscheinlich 1998 im Norden Afghanistans nahe der Grenze zu Usbekistan gegründet. Bei Kämpfen mit der pakistanischen Armee sei im August 2009 ihr Anführer Tahir Juldaschew getötet worden. Dieser sei kurz zuvor noch in einem deutschsprachigen Propagandavideo der IBU aufgetreten. Auch dieser Film habe auf der nunmehr geschlossenen Website gestanden.

AP

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