Beinahe-Unfall in der Luft

Swiss-Maschine kollidiert fast mit Segelflieger

Wutöschingen -Wieder ein Problem im deutsch-schweizer Luftraum: Vor einem Monat sind über dem Schwarzwald beinahe zwei Flugzeuge kollidiert. Es ist hier nicht der erste Beinahe-Unfall.

Im deutsch-schweizerischen Luftraum hätte es beinahe wieder eine Kollision von zwei Flugzeugen gegeben. Der Vorfall habe sich am 11. August in der Gegend von Krenkingen (Landkreis Waldshut) ereignet, sagte ein Sprecher der Schweizer Luftsicherung Skyguide am Mittwoch. Ein aus den USA kommendes Langstreckenflugzeug der Swiss sei auf dem Weg nach Zürich über dem Schwarzwald fast mit einem Segelflugzeug zusammengestoßen. „Wie es zu dieser Situation kam, wissen wir nicht“, hieß es.

Der Pilot habe den Zusammenstoß noch verhindern und die Maschine sicher landen können. Angaben darüber, woher das Segelflugzeug kam und in welcher Höhe es geflogen war, könne das Unternehmen nicht machen, sagte der Sprecher. „Diese werden vom Radar nicht erfasst.“ Zudem hätte sich der Segelflieger laut Skyguide eigentlich nicht in besagtem Flugraum aufhalten dürfen.

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle rätselt derzeit, wie es zu dem Beinahe-Zusammenstoß kommen konnte. Es sei ein „schwerer Vorfall“, sagte ein Sprecher. Die Rekonstruktion aber anspruchsvoll und aufwendig, da das Segelflugzeug keinen Transponder mitgeführt hatte. Das Gerät funktioniert wie ein „Anrufbeantworter“ und sendet dem Lotsen Informationen über die Flughöhe.

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Segelflieger müssten einen solchen Transponder in der Regel auch nicht mitführen, betonte Manuel Löhmann vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband. Den Vorfall über dem Schwarzwald wollte der Verband nicht kommentieren. Man müsse abwarten, was der Bericht der Schweizer Behörde ergebe.

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Zwischenfälle gegeben, an denen Skyguide beteiligt war. „Es ist normal, dass es Zwischenfälle gibt“, sagte der Sprecher. „Das kommt bei uns nicht häufiger vor als andernorts.“ Das Zusammenspiel der Akteure in der Fliegerei sei so komplex, dass man nicht davon ausgehen könne, dass es keine Zwischenfälle gebe. Zuletzt waren im März 2011 zwei Flugzeuge auf einer Piste des Flughafens Zürich aufeinander zugerast. Die Schweizer Flugsicherung gilt als hauptverantwortlich für den Flugzeug-Zusammenstoß bei Überlingen im Jahr 2002. Damals waren 71 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

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