Feuerwehr im Dauereinsatz

Wetter-Chaos in Deutschland: Sturm und Glätte

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Ein Archivfoto des überschwemmten Fischmarkts.

Berlin/Hamburg - Der stürmische Start ins neue Jahr hält die Feuerwehr in Hamburg auf Trab. Bei einem Glätteunfall im Nordosten stirbt eine Frau.

Das neue Jahr hat stürmisch, glatt, feucht und mit neuem Schnee in vielen Regionen begonnen. Eine Sturmflut überschwemmte in der Nacht zum Samstag den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilte. Die Deutsche Bahn sperrte am Abend wegen der Witterung die Eifelstrecke zwischen Gerolstein und Ehrang in Rheinland-Pfalz bis voraussichtlich Sonntagvormittag.

Kurz vor dem Bahnhof Kyllburg war am Nachmittag eine Regionalbahn mit umgestürzten Bäumen kollidiert. Zudem bestand die Gefahr, dass weitere Bäume auf die Gleise fallen. Wegen der Straßenverhältnisse war es nach Bahnangaben schwierig, einen Ersatzverkehr auf die Beine zu stellen.

In Mecklenburg-Vorpommern kam auf der glatten Fahrbahn der A20 bei Rostock eine 23 Jahre alte Autofahrerin ums Leben. Ein anderer Wagen war auf ihr Fahrzeug geprallt, das bereits wegen eines vorherigen Unfalls auf dem Standstreifen stand. Glätteunfälle gab es in Mecklenburg-Vorpommern neben dem tödlichen noch weitere: So überschlug sich bei Schnee- und Graupelschauern beispielsweise auf der A19 am Freitagabend nördlich von Malchow ein Auto. Der 26-jährige Beifahrer wurde schwer verletzt.

In Deutschlands Höhenlagen schneite es am Samstag zum Teil heftig - von den Alpen über die Eifel und den Harz bis zum Thüringer Wald. In Rheinland-Pfalz wurde die A1 bei Wittlich stundenlang gesperrt. „Frau Holle gibt alles“, sagte ein Polizeisprecher in Trier. Am Abend wurde das Stück wieder freigegeben, zu Verkehrsbehinderungen sei es nicht gekommen. Autofahrer seien auf andere Strecken ausgewichen.

Auch von der Autobahn München-Stuttgart (A8) in Bayern gab es verschneite Bilder. Kurz vor dem Ende der Weihnachtsferien staute sich auf vielen Fernstraßen der Verkehr, etwa in Bayern. In Baden-Württemberg erwartete die Hochwasservorhersagezentrale wegen der Schneeschmelze und angekündigten Niederschlags deutlich steigende Wasserstände.

In Norddeutschland blieb die nächtliche Sturmflut ohne größere Folgen. In Dagebüll (Nordfriesland) schlugen meterhohe Wellen an Bauten des Fähranlegers. Der Parkplatz wurde überflutet.

In Wintersportgebieten genossen Menschen am Wochenende den Winter. So war etwa sowohl im nordhessischen Willingen als auch auf der Wasserkuppe in der Rhön am Samstag viel los - trotz Nebels.

Ansonsten regne es in vielen Gebieten, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Vor allem im Süden komme zudem kräftiger Wind auf, auf den Bergen seien Orkanböen möglich.

Im Laufe des Abends sollte vielerorts der Schnee in Regen übergehen, in der Nacht sollte es dann aber oberhalb von 400 Metern wieder zu schneien anfangen. Auch am Sonntag wurde für den Südosten der Republik weiter Schneefall von etwa 20 Zentimetern erwartet.

In der kommenden Woche ist es mit den Wetterturbulenzen zunächst vorbei. Die Temperaturen liegen zum Teil deutlich über dem Gefrierpunkt, Schnee oder Regen fällt nur noch vereinzelt

dpa

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