So verlief die spektakuläre Rettung

30-Meter-Sturz in Kamin: Studentin außer Lebensgefahr

Düsseldorf - Es grenzt an ein Wunder, dass die zwei Studenten, die am Montag in den 30 Meter tiefen Schacht der Düsseldorfer Kunstakademie fielen, überlebten. Doch die beiden sind schwer verletzt. 

Die jungen Leute wurden am Montag in einem spektakulären, drei Stunden langen Rettungseinsatz von der Feuerwehr aus dem engen Kamin geborgen. Die Studentin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, ihr Begleiter wurde schwer verletzt.

Der Mann und die Frau hielten sich um 3 Uhr am Morgen auf dem Flachdach der historischen Akademie aus dem 19. Jahrhundert auf. Vermutlich waren sie von einer Aussichtsterrasse im dritten Stock auf das Dach geklettert und dort in einen abgedeckten Kamin eingebrochen. Ein Begleiter alarmierte die Retter.

So verlief die spektakuläre Rettung

Nach Akademie-Angaben verfügt jede Klasse über einen Schlüssel zu dem Gebäude aus dem Jahr 1879. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Studenten nachts arbeiten“, sagte ein Sprecher.

Ein Höhenretter der Feuerwehr seilte sich in den nur 80 mal 80 Zentimeter großen Kamin ab und versorgte die Abgestürzten mit Medikamenten und Infusionen. Letztlich konnten sie durch eine Wartungsklappe im Keller aus dem stillgelegten Schacht geborgen werden. 35 Feuerwehrleute, 2 Notärzte, 3 Rettungswagen und 1 Notfallseelsorger waren im Einsatz.

Die Feuerwehrleute mussten das sogenannte Mannloch mit Hammer und Meißel erweitern, um die bis auf den Grund gestürzte Frau zu retten. Der Mann war zwei Meter über ihr auf einem Stahlträger aufgeschlagen und konnte durch die Wartungsklappe gerettet werden. Beide Schwerverletzten sind laut Feuerwehr Mitte Zwanzig.

Ein Sprecher der Kunstakademie erklärte, Studenten könnten in Absprache mit ihren Professoren nachts arbeiten. Außerdem sei gerade Abschlusswoche. Dabei präsentieren Studenten am Ende des Studiums ihre Kunstwerke. Auch die verunglückte junge Frau gehöre dazu.

Der Unfall wird keine Ermittlungen der Polizei oder des Arbeitsschutzes nach sich ziehen. "Es handelt sich um Eigenverschulden. Die beiden hatten auf dem Dach nichts zu suchen", sagte ein Polizeisprecher. Als Konsequenz will die Akademie den Zugang strenger handhaben. „Die Akademie bedauert den Vorfall sehr und hofft, dass die beiden gesunden“, sagte der Sprecher.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare