Sexualstraftäter ist  rückfällig geworden

Osnabrück - Ein Sexualstraftäter, der 2007 für Schlagzeilen gesorgt hatte, hat sich wieder sexuell an Kindern vergangen. Ein Gutachter spricht von verminderter Schuldfähigkeit.

Ein Sexualstraftäter, der 2007 für Schlagzeilen gesorgt hatte, weil er für Sozialstunden in eine Kita geschickt worden war, ist erneut rückfällig geworden. Der heute 44 Jahre alte Mann habe gestanden, sich auch während seiner Bewährungszeit an Kindern sexuell vergangen zu haben, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Osnabrück am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte. Ein Gutachter sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Mann vermindert schuldfähig ist, da er an einer Persönlichkeitsstörung leide. Er erfülle die Voraussetzungen für eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Der Fall hatte im Herbst 2007 für Aufsehen gesorgt. Wegen eines Fehlers bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück war der Mann in eine Kindertagesstätte in Melle zum Ableisten von Sozialstunden geschickt worden. Er war seinerzeit zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er Sozialleistungen erschlichen hatte.

Urteil am kommenden Mittwoch

Weil er das Geld nicht aufbringen konnte, hatte eine Rechtspflegerin die Strafe in Sozialstunden umgewandelt. Dabei hatte sie versäumt, in die Akte zu schauen. Der aus Sachsen-Anhalt stammende Mann war bereits zu DDR-Zeiten und während der Wende zu Haftstrafen wegen einschlägiger Delikte verurteilt worden. Darunter war auch ein schwerer Fall des Missbrauchs an Kindern.

Auch in dem Meller Kindergarten war es zu Belästigungen von Kindern gekommen. Das Amtsgericht Osnabrück hatte ihn dafür im November 2007 zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. In diesem Bewährungszeitraum ist es zu neuen Straftaten gekommen.

Das Urteil gegen den Mann soll am kommenden Mittwoch gefällt werden.

dpa

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