Schweinegrippe: Steigende Impfbereitschaft und Wartezeiten

+
Die Impfbereitschaft gegen Schweinegrippe ist deutlich gestiegen. Allerdings kann es in manchen Orten zu langen Wartezeiten kommen.

Hamburg - Nach neun Schweinegrippe-Toten in Deutschland ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. In Niedersachsen müssen Menschen unter Umständen jedoch wochenlang auf eine Impfung warten.

Dort gibt es Probleme mit dem Nachschub. In Berlin und in anderen Orten Deutschlands sind die Info-Telefone zur Schweinegrippe überlastet. Nach dem Liga- Rivalen Hertha BSC will nun auch Fußball-Bundesligist Schalke 04 seine Profis gegen Schweinegrippe impfen lassen.

Lesen Sie auch:

Meilenstein: Neuer Schweinegrippe-Impfstoff zugelassen

Wochenlanges Warten auf Impfung

Häufig gestellte Fragen zur Schweinegrippe

Schweinegrippe erreicht Indianter im Amazonas

Katze in USA mit Schweinegrippe infiziert

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte davor, die Auswirkungen der Pandemie zu unterschätzen. Eine Impfung sei immer noch der beste Schutz, erklärte WHO-Sonderberater Keiji Fukuda am Donnerstag in Genf. “Die Pandemie ist das dominante Grippevirus in allen Ländern geworden“, sagte Fukuda. “Wir haben es nicht mit der (üblichen) saisonalen Grippe zu tun.“ Viele Symptome seien zwar ähnlich, aber häufig komme es auch zu schweren Erkrankungen und sogar Todesfällen. Besonders Schwangere und bereits unter anderen Krankheiten leidende Menschen seien gefährdet.

Die WHO betonte, dass die besonders schweren Erkrankungen und Todesfälle durch die Schweinegrippe vor allem bei Erwachsenen unter 50 Jahren aufgetreten sind. Dies stehe in starkem Widerspruch zu den normalen Grippewellen, bei denen die schweren Fälle zu 90 Prozent bei Menschen über 65 Jahren und älter auftreten.

Unterdessen ist in den USA weltweit erstmals eine Hauskatze an Schweinegrippe erkrankt. Das 13-jährige Haustier im US-Staat Iowa hatte sich offensichtlich bei seinen Besitzern angesteckt: Zwei von drei Familienmitgliedern litten an der Grippe. Vergangene Woche zeigte ihre Katze ähnliche Symptome, Lethargie und Appetitlosigkeit, schrieb die Zeitschrift “Time“ am Mittwoch (Ortszeit) in ihrer Online-Ausgabe. Der Fall demonstriere, wie sehr sich das H1N1-Virus von den Grippeerregern der Vergangenheit unterscheide, sagte die Veterinärmedizinerin Julie Levy dem Magazin. “Bisher gab es noch keinen dokumentierten Fall von einer Katze oder einem Hund, die sich mit dem saisonalen Grippeerreger von Menschen infiziert hatten.“

Trotz der Bezeichnung Schweinegrippe sind bisher fast nur Menschen nachweislich an der neuartigen Grippe erkrankt. Vereinzelt haben sich aber auch schon Schweine, Frettchen und Vögel mit dem neuartigen H1N1-Virus infiziert. Es ist kein Fall nachgewiesen, bei dem sich ein Mensch beim Schwein angesteckt hat. Das neue Virus H1N1 enthält Gene von Schweine-, Vögel-, und Menschenviren. Es ist wahrscheinlich im Schwein entstanden.

In Deutschland sind bislang neun Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe bekanntgeworden. Allein am Mittwoch hatten Kliniken und Behörden drei weitere Fälle gemeldet.

dpa

Kommentare