Kollektive Massenhysterie?

32 Schüler nach Abi-Feier im Krankenhaus

Hamburg - Bei einer Abi-Party an einem Gymnasium in Hamburg sind am Donnerstag Schüler in Verdacht geraten, Alkohol in die Cola geschüttet und damit jüngere Mitschüler vergiftet zu haben.

Die Feier der Abiturienten hatte am Donnerstag für einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren hatten über Übelkeit und Bauchschmerzen geklagt. 32 von ihnen wurden mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhäuser gebracht.

Zunächst hieß es, dass die Kinder Wodka mit Limo getrunken hatten, ausgeschenkt von älteren Schüler. Die Schulbehörde hatte für diesen Fall Konsequenzen angekündigt, denn auf dem Schulgelände gilt absolutes Alkoholverbot. Von einem „dummen Jugendstreich“ der offenbar „nach hinten losgegangen ist“ war die Rede.

Doch dann gaben die Mediziner Entwarnung: „Die Untersuchungen auf Drogen und Alkohol waren negativ. Einige Schüler wiesen Symptome wie vergrößerte Pupillen auf, was auch auf Aufregung zurückzuführen sein könnte“, sagte Franz Jürgen Schell von den Asklepios-Kliniken am Freitag. „Im Raum steht deshalb eine kollektive Massenhysterie.“

Auch im Universitätsklinikum Eppendorf wurde bei Schülern kein Alkohol nachgewiesen. „Ich weiß nur, dass die Kinder hier völlig unauffällig und unbeeinträchtigt waren“, sagte Oberärztin Daniela Nolkemper dem Radiosender NDR 90,3. Aber sie seien sehr aufgeregt gewesen und hätten Angst gehabt. Die Ärztin vermutete ebenfalls eine Massenhysterie - ausgelöst möglicherweise durch eine Durchsage der Schulleitung, in der es hieß, dass die Feier abgebrochen werde, weil Drogen und Alkohol gefunden worden seien.

Die Vermutungen mit der gepanschten Cola wurden offenbar verworfen: Die Polizei stellte ihre Ermittlungen ein.

dpa

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