Ermittler rätseln über Tod von Trierer Studentin

Vermisste Tanja: Warum stürzte sie 50 Meter in die Tiefe?

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Hinter diesem Wohnhaus wurden die sterblichen Überreste der seit 2007 vermissten Tanja gefunden.

Trier - Der Tod der vor acht Jahren verschwundenen Studentin Tanja Gräff bleibt rätselhaft. Offenbar war die junge Frau 50 Meter in die Tiefe gestürzt.

Zwar sei das Skelett der damals 21-Jährigen nahezu komplett am Fuße einer Felswand geborgen worden, sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen, am Dienstag. Man gehe davon, dass sie 50 Meter in die Tiefe gestürzt sei: „Wie es dazu kam, können wir aber aktuell nicht sagen“, sagte er. Eine frisch gegründete Sonderkommission werte die neuen Spuren aus. Der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm, zeigte sich verwundert über den späten Fund. „Es stellt sich jetzt die Frage, wie akribisch die Polizei damals gesucht hat“, sagte er.

"Wir wollen sichergehen, dass wir nichts übersehen", sagte ein Sprecher der Polizei. Auch der Bereich oberhalb der Felswand werde von Polizisten großflächig geprüft.

Großflächige Suche nach weiteren Hinweisen

Die Polizei durchkämmte am Mittwoch erneut das Gelände rund um den Fundort der Leiche - unweit der Hochschule Trier, wo die junge Frau im Juni 2007 zuletzt lebend gesehen worden war. „Bis 16.00 Uhr haben die Kollegen gesiebt und gegraben“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Auch der Bereich oberhalb der Felswand sei großflächig geprüft worden. Ob dabei weitere Spuren entdeckt wurden, war zunächst unklar.

Urban ergänzte, der Schädel weise „vom äußeren Aspekt her keine Verletzungen oder Werkzeugspuren auf, die auf eine Gewalteinwirkung gegen den Kopf unmittelbar Rückschlüsse zulassen“. Bislang haben die Rechtsmediziner lediglich den Schädel untersucht. Das erste Ergebnis sage noch nichts darüber aus, wie die Studentin ums Leben gekommen sei, sagte Urban. Zunächst müsse er die anderen Knochen untersuchen. Erst dann könne er Genaueres zu möglicher Gewalteinwirkung sagen: „Wenn wir Verletzungen finden, werden wir versuchen, zu differenzieren, ob es eben zwingend ein Tötungsdelikt ist oder ob das auch ein Unfall gewesen sein könnte.“

Die Knochen der seit Juni 2007 vermissten Trierer Studentin waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb der 50 Meter hohen Felswand auf einem Privatgelände gefunden worden. Unterdessen arbeite die neue Sonderkommission daran, alle relevanten Spuren in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten, sagte der Sprecher.

Polizei weist Versäumnisse bei der Suche zurück

Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Fundort ist rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Gräff vor fast acht Jahren zuletzt lebend gesehen worden war.

Die Trierer Polizei hatte in den vergangenen Tagen mögliche Versäumnisse bei der Suche bestritten. Die Gegend um den Fundort der Leiche sei mehrfach abgesucht worden, hatte Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner am Dienstag gesagt. Am Boden des Fundortes selbst sei man aber nicht gewesen, da das von Bäumen und Sträuchern überwucherte Gelände zu Fuß nicht zugänglich war. Einsatzkräfte hätten sich aber an der Felswand darüber bis zu einem Vorsprung abgeseilt. Zudem sei das felsige Gelände von Hubschrauber und Drohnen abgeflogen worden.

dpa

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