PCB-Skandal in Dortmunder Entsorgungsfirma

Dortmund/Arnsberg - der Entsorgung von Transformatoren sind Arbeiter einer Dortmunder Spezialfirma hochgradig mit dem als krebserregend geltenden PCB belastet worden.

Arbeiter einer Dortmunder Spezialfirma sind bei der Entsorgung von Transformatoren hochgradig mit dem verbotenen Giftstoff PCB belastet worden. Die PCB-Konzentration im Blut der Betroffenen beträgt nach Auskunft der Arnsberger Bezirksregierung bis zum 25 000-fachen der durchschnittlichen Belastung der Bevölkerung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Boden- und Luftverschmutzung und wegen gefährlicher Körperverletzung gegen das Unternehmen. Die Bezirksregierung hatte vor Wochen den Betrieb “bis auf Weiteres“ stillgelegt.

Nach Bekanntwerden der dramatisch hohen Belastung, bei der spätere Gesundheitsschäden nicht auszuschließen sind, wurde Kritik an den Aufsichtsbehörden laut. Die Grünen in NRW sprachen von einem “der größten Umweltskandale der vergangenen Jahre“. Die SPD im Landtag bezeichnete die Vorgänge als Katastrophe und kritisierten die Aufsichtsbehörden, die trotz früherer Hinweise erst vor einigen Wochen aktiv geworden waren.

Ob es neben den 37 Beschäftigten der Firma auch weitere Betroffene gibt, ist noch nicht bekannt. Es wurden auch Blutproben von 300 Beschäftigten anderer Unternehmen genommen, die als Untermieter auf dem Gelände untergebracht sind. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Zunächst war die PCB-Belastung nur in den Hallen entdeckt worden, später wurden auch auf dem Außengelände erhöhte Konzentrationen des in Deutschland seit 1989 verbotenen Stoffes festgestellt.

dpa

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