In Duisburg

Orang Utan bei Ausbruch aus Zoo erschossen

Duisburg - Im Streit mit einem Artgenossen will ein Orang-Utan aus dem Duisburger Zoo fliehen - und wird dabei erschossen. Tierschützer kritisieren die Zoo-Haltung von Menschenaffen grundsätzlich.

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Orang-Utan des Duisburger Zoos hat der Tierpark seine Entscheidung verteidigt. „Die Narkose des Affen war keine Alternative“, sagte Zoo-Direktor Achim Winkler am Dienstag nach dem Tod des ausgerissenen Menschenaffen am Vortag. Bis das Mittel gewirkt hätte, hätte der Affe einen Zaun überwinden und auf die Straße rennen können, sagte er.

Nach Angaben des Zoos war der Affe durch einen falsch gesicherten Schieber aus seinem Gehege entkommen und mit einem Orang-Utan-Männchen in einem anderen Trakt in Streit geraten. Panikartig habe er die Flucht durch ein Oberlicht ergriffen. Als das Männchen danach versucht habe, über den Außenzaun zu klettern, wurde es erschossen. Das zweite Männchen sei in seinem Gehege geblieben und betäubt worden.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die Zoo-Haltung der Orang-Utans. „Grundsätzlich ist es anzuzweifeln, ob Primaten wie Menschenaffen in Tiergärten überhaupt artgerecht zu halten sind“, sagte der Sprecher Marius Tünte. Den sozial und kognitiv sehr hoch entwickelten Tieren sei in Gefangenschaft kaum gerecht zu werden, nicht selten führe das Leben im Gehege zu Neurosen und Hospitalismus. „Ethisch ist es nicht mehr vertretbar, unsere nahen Verwandten zum Zweck der Zurschaustellung zu instrumentalisieren“, sagt Tünte.

dpa

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