NRW-Polizei nimmt Rockerszene in die Zange

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Polizei in NRW nimmt die Rockerszene in die Zange.

Köln/Münster - Mit einer großangelegten Razzia und Festnahmen hat die Polizei in zahlreichen nordrhein-westfälischen Städten die verfeindete Rockerszene ins Visier genommen.

In Köln, Duisburg, Aachen, Unna, Siegen, Greven und Gelsenkirchen wurden am Wochenende Clubhäuser der “Bandidos“ und “Hells Angels“ kontrolliert, teilte die Polizei Münster am Samstag mit. Dabei wurden auch Waffenlager ausgehoben. Die Beamten stießen auf Revolver, scharfe Munition und Schlagstöcke. Insgesamt wurden rund 100 Personen überprüft. In Köln wurden drei Rocker vorrübergehend festgenommen.

Hintergrund: Schießerei im Rockermilieu

Schießerei im Rockermilieu

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Nach dem Mord an einem “Bandido“-Rocker vor rund einem Monat in Duisburg ist die Lage zwischen den verfeindeten Gruppen angespannt. Ein Sprecher der Polizei Münster kündigte für das Wochenende weitere Kontrollen an. Auch wenn es zunächst keine Hinweise auf geplante Auseinandersetzungen gegeben habe, werde es eine “starke Kräftepräsenz“ geben, hieß es. Die drei in Köln festgenommenen “Höllenengel“ sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Es wurden Strafanzeigen wegen Waffendelikte gestellt.

Spezialeinheiten hoben Waffenlager aus

Spezialeinheiten der Polizei hatten am Freitag in Köln ein Waffenlager der “Hells Angels“ ausgehoben. Dabei wurden zwei Revolver, vier Automatik-Pistolen, eine Pumpgun, Stahlschleudern, Teleskopschlagstöcke und mehrere hundert Schuss scharfe Munition entdeckt und sicher gestellt. 250 Beamte seien im Einsatz gewesen. Bei Kontrollen in einer Rockerkneipe der “Hells Angels“ in Siegen stießen die Beamten unter anderem auf eine Axt.

In Aachen und Schwerte (Kreis Unna) waren es vor allem Messer und Schlagknüppel, die “Bandidos“ bei sich trugen. Wie viele Beamte insgesamt an den Durchsuchungen in NRW beteiligt waren, wollte die Polizei nicht mitteilen. Die Rocker hätten keinen Widerstand geleistet. Am vergangenen Wochenende war die Gewalt zwischen den verfeindeten Rockergruppen eskaliert. Ermittler vermuten hinter den Gewaltausbrüchen im Rheinland einen Kampf um Macht und Marktanteile im Rotlichtmilieu.

dpa

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