Streit um Testament

Nachlasspfleger bleibt für Gurlitt-Erbe zuständig

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Christoph Schäuble, Stiftungsrats-Präsident des Kunstmuseums Bern, Kultusstaatsministerin Monika Grütters und der bayerische Justizminister Winfried Bausback haben eine Nachlass-Vereinbarung unterzeichnet. Vorerst hat aber weiterhin der Nachwuchsverwalter das Sagen.

München - Um das Gurlitt-Erbe wird weiter gestritten. Eine Cousine fechtet das Testament an. Bis eine Lösung gefunden ist, hat weiterhin der Nachlasspfleger das Sagen.

Für das Erbe von Cornelius Gurlitt ist vorerst weiterhin der Nachlasspfleger verantwortlich. Die umstrittene Kunstsammlung bleibt in seiner Obhut, bis Streitigkeiten um Gurlitts Testament endgültig geklärt sind, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts München am Dienstag sagte.

Gurlitt hat in seinem Testament seinem gesamten Nachlass dem Kunstmuseum Bern vermacht. Das hatte am Montag offiziell verkündet, die Erbschaft anzunehmen. Sollte das Museum Bilder in die Schweiz bringen wollen, muss der Nachlasspfleger zustimmen. „Er entscheidet, wie mit dem Nachlass verfahren wird“, sagte die Gerichtssprecherin. Das gelte so lange, bis endgültig geklärt ist, ob Gurlitts Testament gültig ist, oder nicht.

Cousine zweifelt Testament an

Hintergrund ist ein Antrag auf einen Erbschein, den Gurlitts Cousine Uta Werner am Freitag beim Amtsgericht München eingereicht hatte. Sie zweifelt das Testament an, weil ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten dem Kunstsammler die Testierfähigkeit abspricht. Werner, die gemeinsam mit ihrem Bruder in der gesetzlichen Erbfolge an erster Stelle stand, ging im Testament leer aus.  Nun erhebt sie selbst Ansprüche auf das Vermögen inklusive millionenschwerer Kunstsammlung.

Wie lange es dauert, bis über den Erbschein entschieden wird und darüber, ob Gurlitts Testament überprüft werden muss, konnte die Gerichtssprecherin auch am Dienstag noch nicht sagen. Es könne sehr schnell gehen. Wenn weitere Unterlagen nachgereicht werden müsste, könne sich das Verfahren aber auch ziemlich in die Länge ziehen.

Inzwischen wurden schon die Geschäftsbücher von Gurlitts Vater Hildebrand in die Online-Plattform lostart.de eingestellt. Hildebrand Gurlitt war einer der Kunsthändler Adolf Hitlers und hat seine Kunstsammlung an seinen Sohn vererbt. Die Bücher sollen dabei helfen, den Raubkunst-Verdacht bei Bildern aus der Sammlung zu bestätigen oder zu widerlegen.

dpa

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

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