Mutmaßliche Dschihad-Anhänger vor Gericht

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Einer der Angeklagten im Gerichtssaal des Oberlandesgerichtes in Frankfurt am Main neben seinem Anwalt.

Frankfurt - Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Anhänger der als terroristisch eingestuften Islamischen Dschihad Union (IJU) hat einer der Angeklagten zum Auftakt die Existenz der IJU bestritten.

Seit Freitag müssen sich vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main der 28 Jahre alte Deutsch-Afghane Omid S. und der 27 Jahre alte Türke Hüseyin S. verantworten. Die Anklage der Bundesanwaltschaft legt den beiden unter anderem die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last. Sie sollen unter anderem auch den Mitgliedern der sogenannten Sauerland-Gruppe zugearbeitet haben, die sich derzeit in vor dem OLG in Düsseldorf verantworten muss.

Nach der Verlesung der Anklage vor dem Staatsschutzsenat des OLG bestritt Omid S. in einer Erklärung, dass es die IJU überhaupt gibt - er stellte damit den Sinn des Gerichtsverfahrens in Frage. Hüseyin S. äußerte sich nur zu seiner Person. Beiden wird auch Betrug mit Sozialleistungen zur Last gelegt. Das an Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe gezahlte Geld sei zu einem großen Teil zur IJU geflossen, so die Anklage.

Nach den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bestehen zwischen der IJU und der Terror-Organisation El Kaida enge Verbindungen. Die beiden Angeklagten sollen am Aufbau des europäischen Netzwerkes beteiligt gewesen sein, indem sie der IJU technisches Gerät sowie Kleidung in größerem Umfang zur Verfügung stellten. Omid S. soll auch an Schulungen in Terror-Lagern in Pakistan teilgenommen und später als potenzieller Selbstmord-Attentäter zur Verfügung gestanden haben. Der Staatsschutzsenat steht vor einer umfangreichen Beweisaufnahme von voraussichtlich mehreren Monaten. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt.

dpa

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